33-Jähriger vor Gericht

Vorwurf: Mit Hammer Baldhamer Opferstock aufgebrochen

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Ein 33-Jähriger soll mit einem Hammer den Opferstock der Baldhamer Kirche aufgebrochen und das Geld gestohlen haben. Dennoch verließ er den Gerichtssaal ohne Strafe.

Vaterstetten – Er sagte nicht viel, außer, dass er nichts sagt: „Ich mach’ keine Angaben dazu“, meinte der 33-jährige Angeklagte am Ebersberger Amtsgericht. Dort wurde dem berufs- und wohnsitzlosen Mann, einem gebürtigen Leipziger, vorgeworfen, er habe vor ziemlich genau einem Jahr in einer Baldhamer Kirche in der Nacht von 28. auf den 29. August mit einem Hammer einen Opferstock aufgebrochen und das darin befindliche Geld an sich genommen.

Am Tatort fanden sich die DNA-Spuren des Angeklagten, das Verfahren wurde jedoch trotzdem eingestellt. Warum? Das hat zum einen damit zu tun, dass das nicht der einzige Vorwurf ist, der gegen den 33-Jährigen im Raum steht.

Am 24. September dieses Jahres wird es deswegen in München zu einer weiteren Verhandlung kommen. Die dem Angeklagten dabei zur Last gelegten Vorwürfe wiegen wesentlich schwerer als in dem Baldhamer Fall, wo es „nur“ um Diebstahl in einem besonders schweren Fall ging. Um was es sich in München handelt, wurde in der Ebersberger Verhandlung nicht öffentlich.

Außerdem fand sich in den Ermittlungsakten eine unscharfe Aussage, die dem Verteidiger, Rechtsanwalt Jürgen Kohlen, nicht entgangen war: Es ging aus den Unterlagen nämlich nicht zweifelsfrei hervor, ob sich die DNA-Spuren des Angeklagten jetzt auf dem Hammer, oder der Spendenbox oder vielleicht sogar auf beiden Objekten befanden.

Richterin Vera Hörauf war zwar geneigt, diesem Umstand eine untergeordnete Bedeutung beizumessen, Kohlen meinte aber: „Als Verteidiger sehe ich das naturgemäß anders.“

Nicht genau festzustellen war zudem, wie viel Geld sich tatsächlich in der Spendenbox befunden hatte, die die Tochter des Pfarrers samt Hammer in der Gästetoilette gefunden hatte. Das Geld wäre für neue Orgelpfeifen bestimmt gewesen.

Eine Zeugin der Pfarrei berichtete, dass sich in dem aufgebrochenen Behälter ein Zettel befand, in dem ein Spender um eine Quittung über einen Betrag von 30 Euro gebeten hatte. Der Mann hatte seinen Namen hinterlassen. Die Zeugin gab zuerst eine andere Summe an, bestätigte diese Höhe aber, nachdem ihr ihre Aussage bei der Polizei noch einmal vorgelesen worden war. Auf die Einvernahme eines weiteren Zeugen wurde verzichtet, auch deswegen, weil das weitere Kosten verursacht hätte.

Richterin Hörauf stellte das Verfahren nach einem Rechtsgespräch mit Verteidiger und Staatsanwältin schließlich ein, meinte zu dem Angeklagten aber: „Noch einmal Glück gehabt.“ Sie wies ihn darauf hin, dass er zur Verhandlung am 24. September in München erscheinen müsse, „sonst werden Sie verhaftet“. Dieser Hinweis erfolgte offensichtlich nicht zufällig, denn selbst Rechtsanwalt Kohlen war sich vor Beginn der Verhandlung in Ebersberg nicht 100prozentig sicher, ob sein Mandant auch erscheinen würde, den er dann so begrüßte: „Oh, er ist da, hervorragend!“ Der Angeklagte war mit dem Zug angereist und erklärte seinem ebenfalls zur Verhandlung erschienenen Betreuer stolz: „Natürlich nicht schwarz.“ Damit er auch zur nächsten Verhandlung nicht schwarz fahren muss, wird ihm ein „Zugticket gestellt“, informierte Hörauf den Mann.

Die Kosten des Verfahrens übernahm die Staatskasse, was der Angeklagte gleichmütig und ohne Regung zur Kenntnis nahm.

Rubriklistenbild: © Stefan Rossmann

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