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Die letzten Reste der zwischen den Streben angebrachten Dachfolien wurden inzwischen entfernt. Wann der Wetterschutz wieder komplett erneuert wird, ist noch offen.

Tribüne ohne Schutz

Warum das Stadion in Vaterstetten kein Dach mehr hat

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Die Tribüne am Stadion im Sportpark in Vaterstetten ist ohne Dach. Die Folie musste endgültig entfernt werden. Bis ein neues kommt, dauert es vielleicht Jahre. 

Vaterstetten – „Es dauert hoffentlich nicht so lange wie am Berliner Flughafen.“ Galgenhumor bei Josef Schmid, Vorsitzender des SC Baldham-Vaterstetten, der seine Fußball-Heimspiele im Vaterstettener Stadion austrägt. Dort hat die Tribüne derzeit kein Dach mehr. Die beschädigte Folie wurde kürzlich endgültig entfernt. Über eine Gesamtsanierung wurde in den vergangenen Jahren immer wieder gesprochen. Aus finanziellen Gründen wurde das Vorhaben aber auch immer wieder verschoben.

„Wir wollen das wieder so herstellen, wie es war“, erklärt Ralf Schloemilch, zuständiger Sachgebietsleiter im Rathaus Vaterstetten. Das so genannte Membran-Dach ist rund 35 Jahre alt. Die Sanierung sei technisch sehr aufwendig. Das Dach stamme aus der Olympiazeit. „Damals war man experimentierfreudig.“ Die Folie beispielsweise durch Blech zu ersetzen, sei aus statischen Gründen nicht möglich. Die ganze Konstruktion sei sehr leicht errichtet worden. Es geht dabei laut Schloemilch nicht nur um die sichtbaren Träger, sondern um die Fundamente und die unter der Tribüne liegenden Umkleideräume. Ausschlaggebend seien die Hebelkräfte, die beispielsweise bei Wind auf die Pfeiler wirkten. „Wirtschaftlich wäre eine neue Konstruktion auch nicht“, so Schloemilch.

So sah das Dach noch Mitte Januar aus. Aber auch damals waren schon einige Stücke lose.

Gutachter hatten sich schon mit dem Problem beschäftigt. Nun sollen zunächst einmal zwei der elf Felder probeweise saniert werden. Es geht nicht nur um die Folien, sondern auch um die Metallkonstruktion selbst. Da müssten Schrauben ausgetauscht oder an verschiedenen Stellen neu verzinkt werden. Wenn man wisse, was an den beiden Feldern gemacht werden muss, könne man hochrechnen, wie groß der Aufwand für das gesamte Vorhaben ist, so Schloemilch. Erst dann könne man den Auftrag, wie bei öffentlichen Arbeiten üblich, ausschreiben. Die Arbeiten an den beiden Probefeldern seien aber erst möglich, „wenn es draußen wieder grün wird“. Wenn sich der Winter weiter halte, „kann es zu Verzögerungen kommen“.

In den vergangenen Jahren hatte Michelino Capezzuto-Zehetmeier, Gemeinderat und Bedachungs-Spezialist aus Purfing, bereits Reparaturen vorgenommen. Stürme im Dezember und Januar hätten der Folie weiter zugesetzt, erklärte er gegenüber der Ebersberger Zeitung. Die Dachfläche sei zuletzt zu zwei Dritteln beschädigt gewesen. „Da fehlte die Stabilität.“ Schließlich habe das Bauamt entschieden, aus Sicherheitsgründen die Reste entfernen zu lassen. SCBV-Vorsitzender Josef Schmid, der ebenfalls Gemeinderat ist, schätzt die Kosten auf „ein paar hunderttausend Euro“. Beim Zeitplan ist Schmid wenig zuversichtlich: „Das wird wohl eineinhalb bis zwei Jahre dauern.“

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