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Das Mc muss weg: Roland Meier ändert den Namen seines Whiskeys.

Wegen Protests aus Schottland verzichtet Vaterstettener Produzent auf zwei Buchstaben

Whiskey: Das Mc muss weg

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„Ich verteidige die bayerische Gemütlichkeit und will keinen Krieg mit Schottland anfangen.“ Mit Humor nimmt Roland Meier einen Abmahn-Brief des schottischen Whisky-Verbandes.

Vaterstetten – Der Vaterstettener (51) stellt hobbymäßig im Keller seines Wohnhauses einen edlen Tropfen her. Auf dem Etikett steht bisher „McMoare“. „Mc“ heißt in Schottland „Sohn von“ und „Moare“ ist im Freistaat der Meier: Also Sohn vom Meier. „McMoare“ war erst kürzlich als geschützter Begriff eingetragen worden (wir berichteten). Doch die Schotten stören sich daran, dass mit dem Namen eine Verwechslungsgefahr mit den dortigen Erzeugnissen bestehe und wollen die Nutzung der Bezeichnung untersagen, wie auch in anderen Fällen. Der Streit um einen schwäbischen „Glen“-Whisky landete jetzt sogar vor dem Europäischen Gerichtshof. Glen kommt aus dem Gälischen und bedeutet so viel wie schmales Tal. Etwa ein Viertel der Scotch-Whisky-Destillen sind laut der Nachrichten-Agentur dpa nach dem jeweiligen Glenn benannt.

„Die müssen schon gehörig Angst vor mir haben“, wundert sich der Vaterstettener, der aber keinen Streit will. Deshalb hat er den Namen aus dem Register streichen lassen. „Das habe ich den Schotten in einem kurzen Brief mitgeteilt. Ich bin ein friedfertiger Mensch.“ Er habe sich mit seinem Anwalt beraten, erklärt Meier. Der habe gesagt, dass es durchaus eine Chance gebe, bei einer Auseinandersetzung vor Gericht zu gewinnen. Das könne aber teuer werden und viel Zet kosten. Deshalb werde sein Whiskey künftig nur noch „Moare“ heißen. An der Qualität seiner Kreation ändere das nichts. „Ich würde die Schotten gerne zu einer Blindverkostung einladen.“ Die neuen Etiketten auf den Flaschen würden weiterhin mit dem bisher schon verwendeten Drachen geschmückt. „Dafür haben wir die Rechte.“

Seinen bayerischen Whiskey gibt es nur in kleinen Mengen. Angefangen hat Meier vor einigen Jahren mit zwei gebrauchten 100-Liter-Fässern von einem Winzer aus Südtirol, der nach Portweinverfahren einen Rotwein herstellt. Gefüllt wurden die Fässer mit einem edlen Kornbrand aus Franken. „Ich wollte heimische Rohstoffe verwenden“, so der Vaterstettener. Das war vor fünf Jahren. Mehr als 200 Liter Whiskey sind auch bisher nicht entstanden.

Mit den Schotten wäre wohl zu reden gewesen, „wenn ich schottische Ausgangsprodukte verwendet hätte“, meint Meier. „Das habe ich schriftlich. Aber das wollte ich nicht.“

Meier hat durchaus Verständnis für die Schotten. „Wir machen so etwas ähnliches mit dem Schutz des Namens ja auch mit den Münchner Weißwürsten.“ Überrascht ist er jedoch davon, dass er als Hobby-Hersteller das Interesse des Verbandes erregt habe. Aber schließlich gebe es inzwischen große Kanzleien „die durch das Internet fetzen“. Ein Artikel über ihn und seinen Whiskey, erschienen in der Ebersberger Zeitung, sei eben auch international zu lesen.

Die Lust an der Herstellung von Whiskey will er sich durch die Schotten auf keinen Fall vermiesen lassen. Und auch weitere Ideen setzt er gerne um. Mit einem Partner hat er zum Beispiel Bockbier in einem Whiskey-Fass reifen lassen. „Whiskey und Bier sind doch verwandt. Da wo beim Bier der Hopfen reinkommt, wird beim Whiskey destilliert.“

Auch die Zugabe von Brombeersirup zum hochprozentigen Whiskey hat er schon ausprobiert. „In Kanada gibt es die Mischung mit Ahornsirup“, erzählt Meier. Heraus kommt ein weicher Likör. „Was mich antreibt, ist die Suche nach neuen Geschmäckern.“ Wann er das nächste Fass „Moare“ ansetzt, ist noch offen.

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