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Bilderbuch-Stunde in der Kita: In der Gemeinde Vaterstetten fehlen Kindererzieherinnen und Kinderpflegerinnen. Jetzt setzen sich die Eltern zur Wehr.

Weil Personal in den Kitas fehlt

Eltern schreiben Wutbrief an Bürgermeister Reitsberger

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Den Elternbeiräten des Kinderhauses Parsdorf und der Baldhamer „Pusteblume“ reicht’s. In Wutbriefen an Vaterstettens Bürgermeister Georg Reitsberger machen sie sich wegen des Personalmangels in den Betreuungseinrichtungen Luft. Und sie sammeln Protest-Unterschriften

Das Fass zum Überlaufen brachte ein Beschluss des Gemeinderats in nichtöffentlicher Sitzung, über den die EZ in ihrer Ausgabe vom 19. Juli unter der Überschrift Krippenkinder in Containern berichtet hatte. Der Gemeinderat hatte beschlossen, mit Containern eine provisorische Kinderkrippe entstehen zu lassen, weil Plätze in den bestehenden Einrichtungen fehlen. Die Parsdorfer Eltern fragen: „Wer soll diese Kinder betreuen? In den bestehenden Einrichtungen – nicht nur bei uns, auch im Krippenhaus in Weißenfeld, in der „Pusteblume“ in Baldham – herrscht akuter Personalmangel.“

Allein im Kinderhaus Parsdorf fehlen nach Angaben von Annegret Rosenthal und Franziska Schröer vom Elternbeirat zum 1. September vier Kräfte. Nachdem zig Eltern für das Betreuungsjahr 2016/17 eine Krippen-, Kindergarten- oder Hort-Zusage erhalten haben, hätten sie nun wieder eine Absage bekommen. Es herrsche Aufnahmestopp in der katholischen Einrichtung. Nur, wenn noch Personal gefunden wird, könne dieser Stopp wieder aufgehoben werden, habe der Träger verlauten lassen.

Für den Parsdorfer Elternbeirat ein untragbarer Zustand. Er fragt ironisch: „Was sagen Eltern ihrem Arbeitgeber heute, Ende Juli? Ich komme ,vielleicht’? Ich muss vielleicht gehen, Stunden kürzen oder unbezahlt frei nehmen? Was sagt der Arbeitgeber, wenn man einen Arbeitsvertrag unterschrieben hat – in gutem Glauben auf einen Platz dank der Zusage?“

Der Elternbeirat wirft dem Rathaus vor, sich „mit dem Bau von neuen Häusern“ aus der Verantwortung zu stehlen, anstatt die Träger bei der Suche nach neuem Personal zu unterstützen. Gefordert wird konkret eine Ballungsraumzulage für die Kindererzieherinnen und -pflegerinnen und ein Defizitausgleich.

„Erzieher erhalten im wenige Kilometer entfernten München bei gleichen Bedingungen deutlich mehr Gehalt. Daher werden von motivierten und kompetenten Mitarbeitern immer mehr Kündigungen ausgesprochen und die Gemeinde unternimmt nichts, um die Arbeit als Erzieher und Kinderpfleger in unserer Gemeinde attraktiver zu gestalten“, heißt es in dem Schreiben aus der „Pusteblume“ in Baldham. Wie könne es sein, "dass es eine reiche und moderne Gemeinde, wie die Gemeinde Vaterstetten, nicht mal mehr schafft, in Zusammenarbeit mit den Trägern eine wenigstens in der Basis funktionierende Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen?“, fragen die Eltern.

Bis jetzt hat sich das Rathaus Vaterstetten zu den Vorwürfen nicht geäußert.

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