„Ganz was Rares“: Der Whiskey-Bock namens „Koan Bock“, der in Bad Tölz gekostet wurde. Links Braumeister Wolfgang Sappl, rechts Roland Meier aus Vaterstetten. Foto: krinner

Ein Whiskey-Bock aus Vaterstetten

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Vaterstetten - „Mc“ heißt in Schottland Sohn. Der „Moare“ ist in Bayern „der Meier“. „McMoare“, der „Sohn vom Meier“, heißt ein Whiskey und stammt aus Vaterstetten. Und ab Mai gibt es einen Whiskey-Bock vom „McMoare“, der aus Bad Tölz kommt. Jetzt war Bierprobe.

Vaterstetten/Bad Tölz - Ein stolzer Drache und der Schriftzug „McMoare“ prangen auf den eleganten Flaschen, in denen Roland Meier aus Vaterstetten seinen Whiskey abfüllt. Kaufen kann man den aber nicht. Das ist alles eine private Liebhaberei des gelernter Schreiners aus Vaterstetten. „Ich probiere halt gerne“, sagt der 49-Jährige nicht nur, sondern setzt es auch um. Schon zum 40. Geburtstag, so erzählt seine Frau Kerstin, hätte er am liebsten mit den Gästen und einem eigenen bayerischen Whiskey angestoßen. Es hat dann ein paar Jahre länger gedauert, bis die Meiers ihren Traum doch noch verwirklichen konnten.

Und das funktionierte so: In Südtirol kamen sie mit einem Winzer in Kontakt, der Portwein produziert. Die Eichenfässer können für die Reifung des edlen Tropfens freilich nur dreimal verwendet werden. Dann müssen die Fässer ausgetauscht werden. Meier nahm zwei dieser Portwein-Fässer und füllte sie mit fränkischem Kornbrand ab. Bayerischer Kornbrand in Südtiroler Fässern - das ergab nach drei Jahren Lagerung den „McMoare“-Whiskey. Das erste 100-Liter-Fass ist bereits geleert. Nun kommt Bad Tölz ins Spiel. Im vergangenen Jahr machte Meier nämlich mit Freunden aus Vaterstetten eine Stadtführung durch Tölz.

Auf dem Weg zum Zug, so erzählt Meier, sei man noch im „Gasthaus“ eingekehrt. Dort habe er entdeckt, dass der Mühlfeldbräu vielerlei Bierspezialitäten im Programm hat.

Der Vaterstettener, nicht müde, nahm Kontakt zu Braumeister Wolfgang Sappl auf und präsentierte seine Idee von einem Whiskey-Bock. Sprich: Eine Bierabfüllung in dem geleerten Whiskey-Fass. Der Tölzer Braumeister, nach eigenen Worten „immer offen für solche Geschichten“, war sofort Feuer und Flamme.

Gesagt getan. Im Herbst vergangenen Jahres war die Abfüllung des jungen Bocksuds in dem Whiskeyfass. Gestern wurde in kleiner Runde erstmals gekostet. „Unglaublich, wie stark das solcherart veredelte Bier die Korn-Aromen angenommen hat“, staunten Meier und Sappl. „Das hätte ich so nicht erwartet“, meint der Brauer. „Das ist ganz was Rares.“ Das Malz des Bieres und die Würze des Weizenkorns - „da haben sich zwei Seelenverwandte gefunden“, wird Meier fast lyrisch.

Der etwa zehnprozentige Whiskey-Bock ist noch nicht ganz fertig. Er wird noch mit Kohlensäure angereichert, damit er etwas spritziger wird. Dann teilen sich Meier und der Mühlfeldbräu je zur Hälfte die Produktion. Meier hat sich wie für den Whiskey von der befreundeten Grafikerin Jana Beigl ein Etikett maßschneidern lassen. „Koan Bock“ (Korn Bock) steht auf den Etiketten der 0,25-Liter-Flaschen. Etwa 200 Stück behält der Vaterstettener für sich, der Rest wird ab Mitte Mai im „Gasthaus“ und in Tölz als „oak-aged Craft-Bier“ vertrieben.

Für Roland Meier ist damit noch nicht Schluss. Er denkt schon über die nächste Nutzung seiner beiden McMoare-Whiskeyfässer sowie ganz neue Geschmacksrichtungen nach. Es ist kein Zufall, dass er, wie seine Frau erzählt, erst kürzlich sein Interesse für die Imkerei und den Honig entdeckt hat. „Wir hören das Spinnen nicht auf.“

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