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Kleiner Umbau zu teuer: Keine Kultur im alten Schwimmbad

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Von: Robert Langer

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Eingang zum Hallenbad an der alten Grundschule in Baldham. Ein Ort für Kultur entsteht hier nicht.
Eingang zum Hallenbad an der alten Grundschule in Baldham. Ein Ort für Kultur entsteht hier nicht. © SRO

Sicherheit geht vor: Wegen hoher Kosten wird aus dem alten Hallenbad kein Kulturort

Vaterstetten – Die Idee der Vaterstettener CSU hatte Charme. Das ehemalige Hallenbad an der Gluckstraße, das seit dem Neubau der Sportanlage und der Schule leer steht, könnte vorübergehend ein Kulturveranstaltungsort werden. Doch die Umsetzung scheitert nun an den zu hohen Kosten.

Vorschlag der CSU: Innovative Kulturkonzepte

Vaterstettens Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) sprach von einem „deutlich höheren fünfstelligen Betrag“. Die Christsozialen waren in ihrem Antrag von Kosten in Höhe von etwa 10 500 Euro ausgegangen, inklusive der Ertüchtigung der Toilettenanlage. Deshalb hatte sich der zuständige Ausschuss des Gemeinderats im September vergangenen Jahres auch für das Projekt ausgesprochen. Jetzt wurde der Beschluss wieder aufgehoben. Dies hatte die Verwaltung angesichts der Haushaltslage der Kommune vorgeschlagen. „Das ist leider so nicht umsetzbar“, erklärte der Bürgermeister dazu.

Umbaukosten zunächst zu gering geschätzt

Bei einer Überprüfung durch die Bauverwaltung hatte sich nämlich herausgestellt, dass der Fliesenbelag im Schwimmbecken ungeeignet ist. Er sei zu glatt für eine Verkehrsfläche. Das stelle ein Problem für die Verkehrssicherheit dar. Die Lösung wäre, entsprechende Matten zu verlegen. Kosten laut Rathaus rund 11 250 Euro. Zudem müssten für den Beckenbereich Fluchttreppen eingebaut werden, da die Bestandstreppe im Nichtschwimmerbereich zu eng sei. Kosten rund 10 000 Euro. Beim Geländer sei ebenfalls mit einem erhöhten Aufwand zu rechnen, da ansonsten keine Sichtverbindung bei Bestuhlung am Beckenrand zu den Künstlern möglich sei. Folge: Ein entsprechendes Absturzgitter müsste konstruiert werden: Kosten rund 50 000 Euro.

Matten zur Sicherheit

Die CSU hatte ihren Antrag damit begründet, dass die Gemeinde Vaterstetten keinen eigenen Veranstaltungsort für „Konzerte und Performances“ habe. Das ehemalige Hallenbad könne interimsmäßig als außergewöhnlicher Ort für Kulturveranstaltungen unter der Planung des Rathauses genutzt werden und als Aushängeschild für innovative Kulturkonzepte Furore machen. „Alle Facilities sind noch vorhanden“, so CSU-Gemeinderätin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christl Mitterer. Veranstaltungen mit bis zu 180 Zuschauern wären dort optimal durchzuführen, hieß es im September.

Sicherheit geht vor

Dass aus dem Projekt nun nichts werde, sei „jammerschade“, so jetzt die Reaktion von Mitterer, die auch Referentin des Gemeinderates Vaerstetten für kommunale Kulturarbeit ist. „Ich bin traurig darüber.“ Es sei aber eben zu viel kaputt. „Ich möchte nicht, dass etwas passiert. Sicherheit geht vor.“

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