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Feiern gemeinsam: Die Zwillingsschwestern Sophie Kobsa (l.) und Hilde Winter.

Herzlichen Glückwunsch

Zwillingsgeburtstag: Der doppelte Neunziger

Vaterstetten -  Da sah Bürgermeister Georg Reitsberger plötzlich doppelt: Als er Sophie Kobsa zu ihrem 90. Geburtstag gratulieren wollte, war auch deren Zwillingsschwester Hilde Winter dabei. Einen 90. Zwillingsgeburtstag, das hat es so in der Gemeinde auch noch nicht gegeben.

Das Zwillingsgen hat in der Familie der Jubilarin eine lange Tradition. Schon bei den Vorfahren gab es viele davon und auch Sophie Kobsas Enkel sind Zwillinge.

Geboren und aufgewachsen sind Sophie und Hilde in Prag. 1938 mussten sie die Stadt verlassen und landeten mit ihrer Familie im tschechischen Reichenberg. Hier lernte Sophie ihren späteren Mann Norbert kennen. Doch zunächst musste die Familie den Zweiten Weltkrieg überstehen. 1945, mit gerade einmal 18 Jahren, flüchteten die Zwillinge nach Thüringen. Hier traf Sophie schließlich auch Norbert wieder. Der hatte nach dem Krieg sein Architekturstudium in Würzburg begonnen.

1949 wurde geheiratet, doch Sophie Kobsa durfte ihren frisch Angetrauten nicht nach Würzburg begleiten, die Ausreise wurde ihr verweigert. Mit Hilfe einer guten Freundin gelangte Sophie Kobsa schließlich schwarz über die innerdeutsche Grenze und holte bei nächster Gelegenheit ihre Eltern und ihre Schwester nach.

Fortan lebte Sophie Kobsa in Würzburg und kümmerte sich um ihre Familie, Tochter Ulrike kam 1955 zur Welt. Hilde Winter arbeitete zunächst in einem Handarbeitsgeschäft und später 40 Jahre lang in einem Kaufhaus in München, wo sie es bis zur Abteilungsleiterin brachte.

Als Norbert Kobsas Firma von Würzburg nach Krefeld verlegt wurde, entschlossen er und seine Frau sich, nicht nach Krefeld mitzuziehen, sondern sich stattdessen in München etwas Neues aufzubauen. Als Architekt hatte Norbert im Nachkriegsdeutschland gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

1973 kauften Norbert und Sophie Kobsa ein Haus am Ortsrand von Baldham, in das sie 1978 schließlich selbst einzogen. Hier wohnt Sophie Kobsa auch heute noch, Tochter Ulrike Buck lebt mit ihrem Mann gleich nebenan, nur Hilde Winter hat es vorgezogen, in München zu bleiben. „Ich muss nur einmal umfallen und bin schon im Oktoberfestzelt“, erzählt sie schmunzelnd.

Sophie Kobsa hingegen ist in Baldham längst heimisch, noch heute geht sie regelmäßig zum Seniorenkreis in der katholischen Pfarrei „Maria Königin“, für den sie auch eifrig Kuchen backt.

Beide Schwestern, die vor zwölf Jahren innerhalb weniger Monate Witwen wurden, versorgen ihren jeweiligen Haushalt noch weitgehend selbstständig und erfreuen sich bester Gesundheit, nur die Knie zwicken ab und zu. Für ihre gute Gesundheit haben die Zwillinge unterschiedliche Rezepte: Sophie und Norbert Kobsa haben viel Sport getrieben, Hilde und ihr Mann haben die ganze Welt bereist.

Gemeinsam ist ihnen die Freude am Wandern und die Geselligkeit mit guten Freunden. So wird auch der doppelte Geburtstag am Wochenende in großer Runde gebührend gefeiert. Von Susanne Edelmann

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