Hüttenbau in Vaterstetten: Ein kleines Westerndorf mit 15 Häusern entsteht. Fotos: S. Rossmann

Polarexpress und Westernstadt

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Vaterstetten - In  Vaterstetten entsteht derzeit eine Westernstadt direkt neben dem Offenen Haus der Arbeiterwohlfahrt.

Im Saloon soll es auch Getränke geben. „Aber keinen Schnaps“, wie Manuel betont. Der Zwölfjährige ist ein echter Profi, schon zum fünften Mal beim Hüttenbau des Ferienprogramms dabei. Diesmal ist das mit einem Zaun umgebenene Gelände größer als früher. 135 Kinder werkeln heuer dort, 40 mehr als im vergangenen Jahr. „40 waren noch auf der Warteliste“, so Edith Fuchs, Chefin des OHA, die den Hüttenbau leitet. Insgesamt gibt es 15 „Claims“. Dort entstehen neben dem Saloon auch eine Schule und ein Sheriffbüro samt Gefängnis. Das Holz wurde von acht verschiedenen Firmen gespendet. Früher wurde nach der Bauwoche und dem Abriss der Hütten das Holz verbrannt. „Das geht inzwischen nicht mehr“, so Fuchs. Das Material werde von einer Firma abgeholt und entsorgt.

Die Kinder sind auf alle Fälle begeistert. „Ich kann mit dem Hammer umgehen“, sagt Niklas (9) ganz stolz. Und auch für Luisa (10) ist der Umgang mit Hammer und Säge „einfach toll“. Manchem Zuschauer sträuben sich die Haare, wenn die Kinder mit den Werkzeugen hantieren. „Das Verletzungsrisiko ist gar nicht so hoch“, meint Betreuerin Alina Scherzer vom OHA-Team. Es gebe lediglich manchmal Hautabschürfungen. Schließlich seien immer zwei Erwachsene für eine Hütte zuständig. Und wenn doch etwas passiert, dann gibt es im Sanitätszelt schnelle Hilfe.

Doch nicht allen scheint das Projekt zu gefallen. Wie Fuchs erzählt, seien Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag wohl über den Zaun gestiegen und hätten drei Hütten zerstört. „Doch die haben wir dann alle zusammen schnell wieder aufgebaut.“

In Eglharting hämmern und sägen über 80 Kinder auf dem „Erlebnisspielplatz“ neben dem Jugendzentrum. In diesem Jahr wird dort nicht keine Burg oder Stadt gebaut, sondern ein Zug, ein Polarexpress. Als man sich im Frühjahr zusammengesetzt hatte, um das Programm zu besprechen, war die Idee aufgekommen. „Das war eigentlich ein Witz“, meint Betreuerin Moni (16). Denn schließlich sei es jetzt sehr heiß. „Doch dann wurde daraus der verrückte Polarexpress. Das geht auch im Sommer.“

In Eglharting ist es inzwischen üblich, dass sich Jugendliche als Betreuer engagieren. „Bei mir ist es schon das vierte Mal“, erzählt Tobi (18). Er hat bereits als Kind den Hammer beim Hüttenbau geschwungen. Jetzt hilft er bei der Organisation und betreut die Kinder. Viele andere Helfer haben einen ähnliche Werdegang. „Wir sind ein eingespieltes Team. Wir freuen uns alle im Frühling, wenn die Planung für Sommer startet.“

Jetzt bauen die Kinder an dem Zug. Aufgeteilt in acht Gruppen entstehen eine Lokomotive und Waggons, die auf Stelzen stehen, damit unten die Räder dran passen. Alle Waggons sind durch Übergänge miteinander verbunden und scheinen in einer langen Kurve zu fahren.

lan

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