Ein Baumstumpf auf dem Grundstück
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Ärger mit den Nachbarn und der Gemeinde bekam der Grundstücksbesitzer wegen dieser Fällungen.

Auch Nachpflanzung nach Kahlschlag im Villenviertel

„Mittlerer fünfstelliger Betrag“: Sattes Bußgeld für Baumfäll-Sünder

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Ungenehmigtes Umschneiden von Bäumen kostete den Verursacher in Baldham bei Vaterstetten nun eine empfindliche Strafe. Und nachpflanzen musste er auch.

Baldham – Die Aufregung war groß vor einem Jahr. „Kahlschlag im Baldhamer Villenviertel“ titelte die Ebersberger Zeitung damals. Es ging um eine Baumfällaktion in der Erika-Köth-Straße. Wie das Rathaus jetzt mitteilt, muss der Hauptverantwortliche ein Bußgeld in mittlerer fünfstelliger Höhe bezahlen. Auch die durchführende Firma habe ihr Bußgeld inzwischen akzeptiert.

Neue Bäume mussten auf dem rund 10 000 Quadratmeter großen Grundstück gepflanzt werden. Und es gibt einen offiziellen Appell, um derartige Fälle in Zukunft zu vermeiden.

59 geschützte Bäume umgesägt

Klar ist: Laut Rathaus Vaterstetten wurden auf dem Areal 59 Bäume entfernt, die aufgrund ihres Umfanges durch die örtliche Baumschutzverordnung geschützt waren. Es gab eine Beweisaufnahme und Zeugenbefragungen. Nachbarn hatten damals die Polizei verständigt.

Der Sachverhalt stelle sich laut Rathaus „nun zweifelsfrei“ so dar: Der Grundstückseigentümer habe die Fällaktion durchführen lassen, um seiner Verkehrssicherungspflicht gegenüber den Nachbarn nachzukommen. Wenige Tage vor der Fällung seien wiederholt bei Stürmen Fichten auf Straßen und Nachbargärten geworfen worden, was zu Beschädigungen an einem Zaun und einem Gastank geführt habe.

Ärger mit den Nachbarn und der Gemeinde bekam der Grundstücksbesitzer wegen dieser Fällungen.

Schuld eingeräumt und 36 „hochwertige Laubbäume“ nachgepflanzt

Der Grundstückseigentümer habe seine Schuld eingeräumt und seine Bereitschaft zur Nachpflanzung erklärt, die inzwischen auch vollzogen worden sei. Für eine fünfstellige Summe seien insgesamt 36 hochwertige Laubbäume mit einem Stammumfang zwischen 14 und 16 cm auf dem Grundstück anstelle der gefällten Nadelgehölze nachgepflanzt worden.

Der in den Medien geäußerte Verdacht, dass mit der illegalen Fällung zusätzliches Baurecht geschaffen werden sollte, sei unzutreffend gewesen, betont das Rathaus. Das Schuldeingeständnis, die Verkehrssicherungspflicht, die Nachpflanzung und dass es keine Absicht zur Baurechtsschaffung gegeben habe, „führten dazu, dass der Bußgeldrahmen nicht vollständig ausgereizt wurde“, so das Rathaus. Der ganze Vorfall sei für alle Beteiligten sehr ärgerlich gewesen und habe viel Zeit, Kraft und Geld gebunden.

Aus der Behörde heißt es nun: „Die Verwaltung appelliert daher an alle diejenigen, die planen, im Gemeindegebiet einen geschützten Baum zu verändern oder zu fällen, im Vorfeld eine Genehmigung dafür im Umweltamt einzuholen. Auch die mit Baumfällungen befassten Firmen stehen in der Verantwortung, sich über örtliche Schutzbestimmungen zu informieren und sich die schriftliche Genehmigung vom Grundstückseigentümer vorlegen zu lassen.“

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