Ausblick auf die Bahn in Pöring. Foto: Stefan Rossmann

Warten auf mehr Lärmschutz an der Bahn

Vaterstetten - Die Anwohner an der Bahn schöpfen Hoffnung, aber konkrete Informationen sind in den Gemeinden noch nicht angekommen.

Es geht um die sogenannte „Machbarkeitsuntersuchung Inntal“ und möglichem zusätzlichen Lärmschutz an der Bahnstrecke von München-Trudering bis Kiefersfelden. Laut Bahn läuft dafür derzeit die Ausschreibungsphase, die nach Vergaberecht vorgeschrieben ist. „Wir rechnen damit, dass bereits in den nächsten Wochen ein Gutachter beauftragt wird und mit der Erstellung der Studie noch im Sommer beginnt“, so die Antwort der Bahn auf eine Anfrage der EZ.

Die Strecke zum Brenner als wichtige europäische Transitverbindung ist durch starken Güterzugverkehr gekennzeichnet. Verkehrsprognosen sagen eine weitere Zunahme voraus. Laut Bahn wurden im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms der Bundesregierung zwischen 2010 und 2014 19 Kilometer Lärmschutzwände von Trudering bis Kiefersfelden errichtet. Daneben wurde in zahlreichen Gebäuden passiver Lärmschutz eingebaut. Kosten laut Bahn: 25 Millionen Euro. Die Bahn räumt aber auch ein: „Die bisher umgesetzten Lärmsanierungsmaßnahmen werden von den Anwohnern allerdings als nicht ausreichend bewertet.“ Der geplante Ausbau der Strecke im Inntal werde erst langfristig Entlastung bringen. Deshalb hätten sich das Bundesverkehrsministerium und das Land Bayern geeinigt, eine sogenannte „Machbarkeitsuntersuchung“ durchzuführen. Dabei sollen zusätzliche technische lärmmindernde Maßnahmen an der Infrastruktur identifiziert und bewertet werden. Inhaltlich soll das Vorgehen der „Machbarkeitsuntersuchung“ im Mittelrheintal entsprechen, die Ende 2014 veröffentlicht wurde. Im Laufe dieses Verfahrens hatte es unter anderem lokale Bürgerveranstaltungen vor Ort gegeben. Laut Bahn sollen auch im Streckenabschnitt von Kiefersfelden bis Trudering Anregungen aus den jeweiligen Kommunen gewürdigt werden. „Politik und Bahn sollen dann voraussichtlich noch vor Jahresende eine Entscheidungsgrundlage für konkrete Schallschutzmaßnahmen entlang der Bahnstrecke erhalten“, heißt es.

Betroffen wäre auch die Gemeinde Zorneding. Doch Bürgermeister Piet Mayr (CSU) ist skeptisch. „Ich warte auf nähere Informationen.“ Konkrete Anregungen hätte er aber schon, beispielsweise zusätzlichen Lärmschutz nördlich der Bahnlinie in Pöring. Es geht um Menschen, die schon jetzt dort wohnen. Und es könnte auch um neuen Wohnraum gehen. Doch dass dieser dort nur möglich sein soll, wenn überall Lärmschutzfenster eingebaut werden, ist für Mayr nicht hinnehmbar. Hier sei die Bahn gefordert, so der Bürgermeister.

Von Robert Langer

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