Gut angenommen wird die Hüttenbauwoche. Das Ferienangebot reicht aber nicht aus. Es gibt Wartelisten.Foto: sro

Zirkus um den Zirkus

Vaterstetten - Die Haushaltslage in Vaterstetten ist wegen der laufenden Großprojekte angespannt. Da müssen alle Leistungen der Gemeinde, die für die Kommune nicht verpflichtend sind, auf den Prüfstand.

Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich schon länger mit dem Thema. Einschneidende Ergebnisse fehlen aber bisher. Nun hat die CSU Zuschüsse für das Ferienprogramm beantragt, um Familien oder Alleinerziehende mit weniger Geld zu helfen, und stieß dabei auf Widerstand.

Der Plan klingt gut. Die CSU argumentiert, meistens stünden 13 Wochen Schulferien der Kinder einem Urlaubsanspruch der Eltern von 25 bis 30 Tagen gegenüber. Deshalb würden gute Ferienangebote für Kinder wie für Eltern immer wichtiger. Die Hüttenbauaktion in Vatersteten ist sehr begehrt. Heuer wurden mit 135 Teilnehmern 40 Kinder mehr aufgenommen, als im Jahr davor. 40 weitere standen noch auf der Warteliste. Die CSU will nun eine zusätzliche Ferienbetreuung in den Sommerferien 2017 für rund 70 Kinder. Im Auge hat Edith Fuchs dabei ein Zirkusprojekt eines professionellen Anbieters, das sich in anderen Gemeinden bereits bewährt habe. Pro Kind sollen die Eltern dafür 99 Euro bezahlen. Geschwisterkinder könnten eine Ermäßigung erhalten. Mit dem Elterbeitrag sind die Kosten aber noch nicht gedeckt. Das Defizit von bis zu 4000 Euro soll die Gemeinde übernehmen.

„Es ist nur ein Angebot. Was passiert, wenn der Nächste kommt mit einem ähnlichen Angebot? Wo setzen wir die Grenze?“, fragte SPD-Fraktionssprecher Josef Mittermeier. Seine Fraktionskollegin Cordula Koch verwies auf den „Sozialtopf“ der Gemeinde. Über den könnten betroffene Familien auf Antrag Zuschüsse bekommen. „Und wenn der Topf nicht ausreicht?“, fragte Fuchs. „Das müssten wir schon hinbekommen“, so die Antwort von Bürgermeister Georg Reitsberger (FW). Fuchs verwies auf ein weiteres Problem. Manche Eltern schämten sich, nach einem Zuschuss zu fragen. Bevor sie betteln müssten, gingen sie lieber gar nicht hin. Wenn sie einen Antrag stellen, dann müssten die Familien „die Hose runter lassen“. Dann könnten doch die Träger der Veranstaltung aktiv werden, so ein Kompromissvorschlag von Koch. Möglich wäre wohl auch, das anonym zu gestalten. Jo Neunert (SPD) gab zu bedenken, dass der geforderte Elternanteil von 100 Euro für manche Familien auch schon zu viel sein könnte. „Solche Veranstaltungen eignen sich dafür, über Sponsoren nachzudenken“, so Neunert. Fuchs kündigte nun an, einen neuen Antrag zu diesem Thema zu stellen.

In der Debatte verwies Herbert Uhl (FW) auf das generelle Problem der Freiwilligen Leistungen: „Der Arbeitskreis tagt schon seit zwei Jahren. Ich kann mich an keine Einsparungen erinnern, aber es wurden eine ganze Reihe neuer Leistungen eingeführt.“ Um diesen Stzreitpunkt ging es auch bei einem weiteren Antrag der CSU, nämlich eine Internetseite, auf der alle Ferienangebote in der Gemeinde zusammengefasst werden sollen. Verantwortlich soll dafür das Rathaus sein. Kritik kam von Manfred Schmidt (FBU/AfD). Er befürchtet einen „nicht unerheblichen Personalaufwand“ und will lieber Ehrenamtliche mit der Aufgabe betrauen. Es würden sich sicher welche finden, die eine solche Seite „mit Hingabe“ pflegten. „Ich habe auch Probleme mit dem Antrag“, so Grünen-Fraktionssprecher Axel Weingärtner. Letztlich koste das Geld. Es gehe um eine „freiwillige Leistung, die wir neu installieren. Wir haben schon Probleme, Bestehendes zurückzufahren“. Im Laufe der Debatte wurde dann klar, dass der Aufwand wahrscheinlich nicht so hoch ist und es gab eine breite Mehrheit für den Antrag. „Als familienfreundliche Gemeinde ist es ein schöner Service“, so Fuchs.

Von Robert Langer

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