Bürgermeister erwartet Ansturm

Kirchseeon - Kinder und ehrenamtliches Engagement vor Ort bringen Pluspunkte. Auch wer schon länger in Kirchseeon wohnt, hat bei der Vergabe von Grundstücken im Einheimischenbauland Eglharting bessere Karten. Jetzt wurden die Kriterien festgelegt.

Bauland für Einheimische ist wegen des günstigeren Preises attraktiv. Weil in Eglharting an der Bucher Straße ein neues Baugebiet entsteht, hat der Kirchseeoner Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Vergabekriterien einstimmig neu gefasst (siehe Kasten). Rund 80 Wohneinheiten werden auf dem 2,4 Hektar großen Areal südlich des bestehenden Wohngebiets „Herterfeld“ entstehen. Acht Parzellen sind für Einheimische reserviert.

Im Rathaus liegen bereits 20 Voranmeldungen interessierter Bürger vor. Die freilich haben wegen ihrer frühzeitigen Anmeldung keinen Vorteil. Vergeben wird nämlich nicht im Windhund-Verfahren („Wer zuerst kommt, gewinnt“ bzw: „Den Letzten beißen die Hunde!“), sondern nach strengen Kriterien. „Die, die sich bisher gemeldet haben, werden lediglich von unserer Seite her erinnert, dass sie sich bald bewerben müssen“, erklärte Bürgermeister Udo Ockel (CSU) vor den vollen Rängen im Sitzungssaal. Offizieller Startschuss sei, wenn Klarheit über den Bebauungsplan bestehe, man also genau wisse, welche Baugrundstücke zu vergeben seien, stellte der Rathauschef klar. Das dauert noch eine Weile, denn der Bebauungsplan ist erst im Anhörungsverfahren. Der Satzungsbeschluss aber ist entscheidend. Ockel sieht den großen Ansturm auf die Parzellen schon kommen: „Wahrscheinlich wird es eine dreifache Überzeichnung der zur Verfügung stehenden Grundstücke geben.“ Deshalb wird aussortiert, wie damals, als im Kirchseeoner Osten an der St.-Colomann-Straße ein entspechendes Areal ausgewiesen wurde

Im März 2009 hatte das Gremium sich letztmals mit den Vergabekriterien befasst. Jetzt standen sie wieder auf der Tagesordnung. Änderungen gab es kaum. Zwar hatte die Verwaltung vorgeschlagen, eventuell die Einkommensgrenzen um zehn Prozent anzuheben. Im Gremium stieß dies jedoch auf keine Gegenliebe. Nur wer wirklich Unterstützung brauche, solle auch Nutznießer sein, war die allgemeine Auffassung.

Kriterien: So wir gerechnet

Pluspunkte und Minuspunkte werden bei der Vergabe den Bewerbern zugeschrieben. Wer am Ende die meisten Punkte hat, bekommt einen Zuschlag. Ganz entscheidend ist, dass am Stichtag, das ist der 1. Februar 2013, der potenzielle Häuslebauer schon mindestens zehn Jahre in der Gemeinde wohnt beziehungsweise in ihr seinen Hauptwohnsitz hatte. Pro weiteres volles Jahr über die zehn Jahre Ortsansässigkeit hinaus, gibt es einen Punkt, maximal jedoch 25. Wer schon eine selbstgenutzte Immobilie besitzt, kommt nicht zum Zug. Ausnahme: Diese Immobilie hat eine „unzulängliche Größe“, die nicht mehr als angemessen nach den Wohnraumförderbestimmungen des Jahres 2012 bezeichnet werden kann. Und diese Immobilie muss der Bauwerber dann auch zu verkaufen bereit sein. Zudem muss ein Einkommen von höchstens 50 000 Euro im aktuellen Steuerbescheid stehen, wenn man dabei sein will. Bei Paaren sind es 75 000 Euro. Die „Vielverdiener“ unterhalb dieser Grenze gehen mit 40 Minuspunkten ins Rennen. Wer weniger verdient hat, bekommt weniger Minuspunkte, bei 20 000 Euro Einkommen pro Jahr sind sogar 20 Pluspunkte vorgesehen. Jedes Kind wird mit 25 Punkte angerechnet. Eine anerkannte Schwerbehinderung der Bewerber bringt 25 Punkte, ebenso wenn ein Behinderter mit in der Wohnung lebt. Bis zu zehn Punkte gutmachen kann derjenige, der in Kirchseeoner Vereinen ehrenamtlich aktiv ist. Eine weitere Voraussetzung ist: Innerhalb einer Frist von zwei Jahren nach notarieller Beurkundung des Grundstückkaufvertrags muss das Häuschen stehen.

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