Heroinsüchtiger klaut 25000-Euro-Rolex

Baldham - Ein 33-jähriger Heroinsüchtiger muss ins Gefängnsi, weil er einer Baldhamerin eine Rolex-Uhr im Wert von 25000 Euro gestohlen hat. Hier die ganze Geschichte:

Sie liebte ihre Rolex-Uhr. Das schmucke Stück mit den 18 Saphir-, 18 Rubin- und 23 Diamant-Baguetten. Am 5. September 2009 legte Silke K. (alle Namen geändert) ihre kostbare Uhr wie jeden Tag auf ihre Louis-XVI-Kommode. Zwei Tage später ist die Uhr verschwunden. Deshalb saß nun Sven P. vor dem Ebersberger Amtsgericht. Der Vorwurf: Diebstahl.

5. September 2009: Der 33-jährige Sven P. arbeitete im Garten der Geschädigten vor ihrem Haus in Baldham. Silke K. fuhr gegen Mittag zum Einkaufen und tankte ihren Wagen. Als sie nach Hause kam, legte sie ihre Rolex auf der Kommode neben der Eingangstür ab. Diese blieb offen, damit der Kirchseeoner Sven P. ein- und ausgehen konnte. Am nächsten Tag arbeitete der Mann wieder auf dem Anwesen. Zwischenzeitlich pumpte er die Frau um 150 Euro an.

Doch erst am Tag darauf bemerkte die 56-Jährige ihren Verlust: „Ich wollte auf einen Termin fahren und die Uhr anlegen“, erinnerte sie sich vor Gericht. Doch die auf 25 000 Euro geschätzte Rolex war weg. „Mir ist eine einzigartige, mir sehr liebe Uhr abhanden gekommen“, sagte sie. Ein Geschenk ihres Lebensgefährten.

Für ihre verlorene Uhr legte sich Silke K. richtig ins Zeug. Eine Woche lang suchte sie sie vergeblich. Sie ließ sich sogar das Überwachungsvideo von der Tankstelle, an der sie an dem Tag getankt hatte, zeigen. Auf diesem war zwar zu erkennen, dass sie eine Uhr am linken Handgelenk trug, aber es ließ sich nicht eindeutig feststellen, ob es sich um die Rolex handelte.

Daraufhin rief sie die Familie des Angeklagten an, die sie schon lange kennt. Sven P. aber stritt ab, etwas mit dem Verschwinden zu tun zu haben.

Das wiederholte er auch vor Gericht: „Ich habe sie nicht genommen“, beteuerte er.

Aber Richter Peter Hayler glaubte dem Beschuldigten nicht. Denn: „Die Zeugin zeigte keinen Belastungseifer“, sagte der Richter. Auch einen „ominösen Dritten“, der in die offene Haustür geschlichen sein könnte, schloss er aus. Zu Lasten des Angeklagten sprach außerdem seine langjährige Heroinsucht und sein gut gefülltes Bundeszentralregister: Er hat sieben Vorstrafen vor allem wegen Drogendelikten und Diebstahls. Er saß auch schon mehrmals im Gefängnis. Besonders dreist fand Hayler, dass der Mann das Vertrauen der Baldhamerin ausgenutzt hatte.

Der Richter verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung.

Von Fabian Meyer

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