Die alte Königseiche an dieser Stelle wurde durch eine neue ersetzt, die jetzt verschwunden ist. Der Landkreis sucht für die Neupflanzung einen Sponsor. Foto: sro

Die verschwundene Eiche

Landkreis - Die uralte Maximilians-eiche stand einst beim Schartlhof in Moosach. Als sie in sich zusammenfiel, wurde eine Nachfolgerin gepflanzt. Doch die ist spurlos verschwunden. Nun hat der Landkreis das Grundstück gekauft, um an alte Zeiten anzuschließen. Die ganze Geschichte.

Bereits in einer Urkunde aus dem 13. Jahrhundert wurde die Maximilianseiche als „alter und großer Baum“ erwähnt. Als König Ludwig I. sie ihrem Besitzer, dem Bauer Kaspar Maier, Schartl von Schattenhofen, abkaufte, dürfte sie um die 1000 Jahre alt gewesen sein. Das war 1846. 70 Gulden erhielt Maier damals dafür.

Dass der Baum die Bezeichnung Königseiche oder Maximilianseiche trug und nicht, wie anzunehmen, Ludwigseiche, könnte aufgrund einer Namensverwechslung zustande gekommen sein. Darauf weist Kreisheimatpfleger Markus Krammer in einem Bericht (aus „Der Landkreis Ebersberg - Geschichte und Gegenwart, Band 7“) mit Blick auf das an der Eiche angebrachte Schild hin. Darauf stand zu lesen: „Diese mehr als tausendjährige Eiche wurde von weiland Maximilian II. König von Bayern, den Unvergeßlichen gekauft, um sie vor Vernichtung durch die Axt zu bewahren (gestiftet von Bürgern Haidhausens 1882, renov. 1892 und 1898).“

Der Axt fiel der imposante Baum nicht zum Opfer, wohl aber den Osterstürmen des Jahres 1988. „Da ist die Eiche in sich zusammengebrochen“, weiß Johann Taschner von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg. Doch nicht allein die Stürme hatten die Pflanze, die als Naturdenkmal ausgewiesen war, erledigt. „Dem Baum war durch den Wuchs des Fichtenwaldes das Licht genommen. Eichen brauchen aber Licht“, so Taschner weiter. Die Maximilianseiche war Geschichte, die Tafel übrigens auch. Verschollen.

1990 wurde eine neue Eiche gepflanzt. Eine Tafel gab’s auch wieder. Das Grundstück gehörte dem Landwirt, der Baum ebenfalls. Im vergangenen Frühjahr wurde durch Zufall festgestellt, dass die Pflanze mitsamt Tafel verschwunden ist. Wohin? Kein Mensch weiß es. Vermutung: „Möglicherweise wurde die Eiche beim Einsatz eines Arbeitstrupps der Waldbesitzer vor einigen Jahren versehentlich beseitigt“, meint Taschner.

Damit alles wieder so wird wie früher, hat der Landkreis nun dem jetzigen Landwirt das Grundstück von rund 1000 Quadratmetern, auf dem einst die kolossale Maximilianseiche stand, abgekauft. Über den Preis verrät Taschner nur so viel: „Es war ein ortsüblicher Waldpreis, kein großer Betrag.“ Finanziert worden sei der Kauf nicht mit Kreisgeld. „Das Geld stammt aus dem bayerischen Naturschutzfonds.“ In diesen Fonds, erläutert Taschner, müsse eingezahlt werden, wenn jemand einen großen Eingriff in die Natur vornehme, aber nicht mit Realkompensation einen Ausgleich leisten könne. Will heißen: Es können ausnahmsweise Ersatzgeldzahlungen fließen, falls keine Ausgleichsfläche vorhanden ist.

Auf dem Grund soll eine neue Eiche gepflanzt und eine Bank aufgestellt werden. Taschners erklärtes Ziel: „Eine Pflanzaktion am internationalen Tag des Baumes am 25. April.“ Um das nicht auf Kosten des Steuerzahlers zu machen, hofft er auf Sponsoren, schließlich könne so ein Baum schnell mal ein paar tausend Euro kosten. „Es soll kein Stangerl sein, aber auch nicht zu groß, damit es keine Probleme mit dem Anwachsen gibt“, sagt Taschner. Er werde auf jeden Fall Fachleute hinzuziehen.

Kontakt

Wer spenden will, kann sich bei Johann Taschner unter (0 80 92) 823 178 melden oder eine Mail schreiben: Johann.Taschner@lra-ebe.bayern.de

Von Tanja Beetz

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