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Vier "L" für Ebersberg

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Kinder sind ein Wert an sich, auch wenn sie anstrengend sind“: Bürgermeister Walter Brilmayer (re.) beim „Baby-Empfang“ im Rathaus. Foto: Sro

Ebersberg - Lage, Landschaft, Lohn und Lebensunterhalt: Vier handfeste Gründe, um im Landkreis Ebersberg nicht nur die Zelte aufzuschlagen, sondern um sich hier dauerhaft niederzulassen. Das wurde beim „Baby-Empfang“ im Ebersberger Rathaus deutlich - bei Sekt und Salzstangen.

Viele Neubürger wurden zu dem Empfang quasi in der Sänfte getragen. Sie lagen in ihrem Maxi-Cosi und bekamen gar nicht mit, dass die ganze Aufregung um sie herum eigentlich für sie selbst veranstaltet wurde. Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer lud im Sitzungssaal des Rathauses die Familien ein, die kürzlich Nachwuchs bekommen haben und wie sich herausstellte, war etwa jede zweite Familie Neuankömmling in der Kreisstadt. „So viele waren es schon lange nicht mehr“, freute sich Brilmayer über die Resonanz. Zum Empfangskomitee gehörten auch die Bürgermeisterstellvertreter Toni Ried und Sepp Riedl, sowie die Stadträtin Elisabeth Gruber, die dem Empfang den Vorzug vor ihrer eigenen Geburtstagsfeier gab.

Mit ihrem kleinen Matteo war die Familie Stephania Scarabello und Matthias Ott ins Ebersberger Rathaus gekommen. „Wir wollten weiter in den Süden, näher zu den Schwiegereltern“, berichtet Ott auf die Frage, was sie denn nach Ebersberg geführt habe. „Wir wollten Frankfurt gegen München eintauschen, haben aber in München keine bezahlbare Wohnung gefunden.“ Die Schwiegereltern wohnen in Italien, und von Ebersberg aus sei das nicht weit. „Mehr Geschäfte am Marktplatz“, würde sich Stephania Scarabello wünschen.

Mit ihrem Jonatan hat sich die junge Familie Brigitte und Johannes Tschöp hier niedergelassen. Der junge Vater lebte zuerst in den USA, dann in München, wo er arbeitet. Seine Frau arbeitet in Neubiberg. „Ebersberg ist in der Mitte von uns beiden“, sagen sie.

„Wir haben uns nach einer bezahlbaren Immobilie umgeschaut“, berichten auch Isabel Jahn und Markus Poganiuch. In Ebersberg wurden sie zu einem erschwinglichen Preis fündig. Von den zahlreichen Kinderbetreuungsangeboten in der Kreisstadt wird ihre kleine Milena profitieren. Die Stadt hat extra einen Überblick über alle Möglichkeiten auf einem gelben Blatt zusammengestellt,

Vier Kinder hat die Familie von Igbinosa Orhue. Ihr Mann arbeitet beim Paketdienst UPS, die Familie hat Eigentum in der Ringstraße gekauft, erzählt die junge Mutter auf Englisch. Schon vor einem Jahr. Ihnen gefällt’s in der Kreisstadt.

„Wir haben wieder einen ziemlichen Zuzug“, bestätigt Bürgermeister Brilmayer. „Und das wird auch so bleiben.“ Im nächsten Jahr werden 100 neue Wohneinheiten fertig - „seniorengerechte und kindergerechte“, betont er. Im Jahr 2010 sind in der Kreisstadt 96 Kinder geboren worden. In seinem eigenen Jahrgang, dem Jahrgang 1952, waren es noch 200, sagt der Bürgermeister mit kritischem Blick auf die demografische Entwicklung, um aber gleich hinzuzufügen: „Kinder sind nicht nur unsere Rentenzahler, Kinder sind ein Wert an sich, auch wenn sie anstrengend sind.“

Von Michael Seeholzer

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