Volle Hosen im Grafinger Bauausschuss

Grafing - Wie alt dürfen Sanitäranlagen in einem Kindergarten sein? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich der Grafinger Bauausschuss und auch mit der Frage, ob die Kinderhosen manchmal so voll sind, dass nur noch eine Dusche hilft.

Der Wunsch nach einer Duschgelegenheit im Straußdorfer Kindergarten sorgte für Irritationen vor allen Dingen unter den männlichen Ausschussmitgliedern. „Jeder wünscht sich eine goldene Ananas! Die Frage ist doch, wer duscht dann die Kinder? Sowas hab ich ja in meinem Leben noch nicht gehört“, meinte zum Beispiel Michael Hirschläger (parteifrei). „Das ist der Wunsch der Kindergartenleitung“, gab Hans Hohmann von der städtischen Bauverwaltung zurück.

„Wir müssen das Verlangen nach unten bringen“, bat Bürgermeister Rudolf Heiler um Bescheidenheit bei Eltern wie Kindergartenleitung. „Die Dusche ist notwendig, das muss ja kein Luxusbad sein“, warb dagegen Angelika Obermayr (Grüne) für einen entsprechenden Umbau im Kindergarten St. Margaret. Dass der Inhalt von Kinderhosen manchmal die genormte Füllmenge überschreitet, oder aber sich die Kinder so eingesaut haben, dass nur noch abbrausen hilft, ist für Obermayr eine Binsenweisheit. Sie mutmaßte: „Dass das hier so auf Unverständnis trifft, scheint mangelnde Erfahrung zu sein.“

Auf der Tagesordnung war der Umbau gelandet, weil die sanitären Verhältnisse im Kindergarten bei der jüngsten Bürgerversammlung erheblich bemängelt worden waren. „Da muss was passieren“, forderte ein Bürger deutlich.

„Das haben wir vor einigen Jahren schon eingeplant“, berichtete Heiler davon, dass der Umbau nicht erst seit gestern auf der Agenda steht. Passiert ist bisher aber im Sanitärbereich nichts. „Da kamen Baumaßnahmen aus Brandschutzgründen dazwischen“, erläuterte der Bürgernmeister. „Deshalb wurde das ins nächste Jahr vertagt.“

„Die Teilbürgerversammlung hat eine Empfehlung ausgesprochen, die Planungen laufen schon länger“, berichtete Hohmann. Die Summen die er nannte, waren keine „peanuts“. Der Brandschutz des Gebäudes ist mit 132 000 Euro veranschlagt, „das Dach soll energetisch saniert werden“, berichtete Hohmann von weiteren 85 000 Euro Aufwand. „Das ist 2010 aus Zeitgründen nicht mehr gemacht worden.“ Bei den Sanitäranlagen sprach er von einer „Grundsanierung“. Außerdem solle eine Dusche eingebaut werden, „weil bei den Kleinen öfters was daneben geht.“

Bis spätestens zum Jahr 2012 soll jetzt renoviert werden. Christian Einhellig (Freie Wähler) schlug vor, die alten Abwasserrohre in dem Gebäude auf ihre Funktionsfähigkeit zu testen. Vielleicht ist ja was zu retten. Wenn es nach Stadtrat Josef Fritz (CSU) geht, soll aber möglichst schnell etwas passieren. „Wir sollten das nicht auf die lange Bank schieben, daheim hätte so ein Bad keiner mehr von uns“, meinte er trocken.

Von Michael Seeholzer

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