Waldbrandübung im Forst, aber Forstamt interessiert's nicht

Ebersberg - Die Feuerwehren der Anliegergemeinden um den Ebersberger Forst haben etwas dazugelernt. Wenn’s in diesem ausgedehnten Waldstück zu einem Großfeuer käme, geht ohne Hubschrauber garnichts. Auch die Kommunikation ist schwierig - kein Empfang.
Die Kreisbrandinspektion reagierte mit der Übung auf die zunehmende Trockenheit und die damit verbundene, hohe Waldbrandgefahr. „Wir haben wertvolle Erfahrungen gemacht“, sagte Kreisbrandrat Gerhard Bullinger in einer ersten Einsatzbesprechung. Er beklagte zugleich, dass das Forstamt kein Interesse an der Übung gezeigt habe. Das sei umso bedauerlicher, als die Forstfachleute im Ernstfall unter Umständen über lebenswichtige Informationen verfügen. „Ein Mischwald brennt anders wie ein trockener Fichtenbestand“, erläuterte Bullinger dazu, der die Übung zum Teil aus der Luft beobachtete.
„Der Einsatz eines Hubschraubers ist unverzichtbar“, zog Bullinger ein Resumee. Die Einsatzkräfte würden im Wald nur senkrecht nach oben sehen, weswegen das Tragflächenflugzeug, das die Regierung von Oberbayern zur Beobachtung der trockenen Waldflächen einsetze, nicht geeignet sei. Der Helikopter hingegen könne für die Feuerwehrfahrzeuge im verqualmten Wald an den Geräumtkreuzungen als Einweiser fungieren.
Probleme bereitete den Feuerwehrkräften die Kommunikation. Denn offensichtlich gibt es im Forst nicht nur ein Riesenloch für den Handyempfang, sondern auch „Schattenplätze“ für den Funkverkehr. „Die Kommunikation ist überlebenswichtig“ sagte Bullinger. Besonders wenn drehender Wind die Richtung einer Feuerwalze ändere, müssten die Feuerwehrmänner über die ihnen drohende Gefahr informiert werden. Oft mussten die Fahrzeuge von ihren Standorten versetzt werden, um in den Empfangsbereich zu kommen. Insgesamt zeigte sich Bullinger aber mit den gemachten Erfahrungen zufrieden. Die Wasserversorgung sei kein Problem gewesen - wohl aber die Orientierung. Die Kräfte benutzten eine Wanderkarte, in die per Hand die Hydranten eingetragen wurden. Jetzt soll besseres Kartenmaterial digitalisiert und verwendet werden.
Von Michael Seeholzer