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Tausende Lichter baut Walter Hanekroop jedes Jahr in seinem Garten auf.

Weihnachtsbeleuchtung XXL

Für sein Winterlichterland bekam er Morddrohungen

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Sein Grundstück wird jedes Jahr zum leuchtenden Winterwunderland. Auch mit 85 Jahren lässt sich Walter Hanekroot die Weihnachts-Gaudi nicht nehmen – trotz Morddrohungen und durchgebrannter Sicherungen.

Egmating– „Bei meinem Opa wohnt der Nikolaus!“, sagt Liam (3). Als er am ersten Advent im Garten seines Opas steht, strahlt er. Seine ganzen Freunde aus Egmating im Landkreis Ebersberg und aus dem Kindergarten hat er eingeladen. Es wird dunkel, die Kinder fetzen über das Grundstück, alles blinkt und glitzert in roten, grünen und weißen Farben. Am Hausdach steht ein Schlitten mit Rentieren, im Vorgarten leuchten 15 Fichten und neben der Haustüre steht ein 1,20 Meter großer, lachender Schneemann mit schwarzem Hut. „Wir haben so lachen müssen, weil’s den Kindern so gefallen hat“, sagt Walter Hanekroop, der Opa.

Bis über die Landkreisgrenzen hinaus ist er bekannt als der Mann, bei dem der Nikolaus wohnt. Jedes Jahr wird Hanekroops Grundstück zum leuchtenden Winterwunderland.

„Jedes Jahr kam dann a bisserl was dazu“

Alles begann mit besagtem Schneemann. Vor 18 Jahren hat ihn Walter Hanekroot gekauft. „Weil ich meiner Tochter eine Freude machen wollte.“ Barbara war damals fünf Jahre alt. „Jedes Jahr kam dann a bisserl was dazu“, sagt der 85-Jährige: Rentiere mit Lichterschläuchen, leuchtende Eiszapfen, die an der Regenrinne des Hauses hängen, Sterne, ein Eisbär und ein zweiter Schneemann, drei Meter groß und aus den USA importiert. Je mehr Figuren und Lichter es über die Jahre wurden, desto mehr Gäste besuchten Familie Hanekroot.

„Sogar aus München kommen welche“, sagt der Egmatinger, der sich zu einem richtigen Elektroexperten entwickelt hat. Drei Sicherungskästen hat er im Garten verbaut und unzählige Meter Kabel verlegt. Sieben Zeitschaltuhren sollen verhindern, dass das Stromnetz überlastet wird. Nacheinander gehen jeden Tag ab dem ersten Advent ab 16.30 Uhr die Lichter im Garten an. „Stück für Stück. Andernfalls könnte meine Frau den Ofen oder die Waschmaschine nicht mehr benutzen“, sagt er und lacht. Früher habe es schon mal „peng gemacht“ und die Sicherung war draußen.

Sechs Wochen lang hat Walter Hanekroop das Lichterland bei sich aufgebaut. Die Fichten hat er eigens aus dem Wald eines Freundes geschlagen. Sein Enkel Liam habe ihm tatkräftig geholfen und mit Tannenzweigen den Nikolaus-Schlitten geschmückt.

„Kann es nicht sagen. Viele tausend Lichter“

Wie viele Lichter es insgesamt sind, die das Haus in der Adventszeit zum wohl berühmtesten im Landkreis Ebersberg machen? Aus Hanekroop bricht es heraus, er lacht und lacht. Er beginnt zu rechnen. Ein Eiszapfen habe schon acht, nein 16 Lampen. „Ach, ich kann es nicht sagen. Viele tausend Lichter.“

Nicht alle finden das Egmatinger Nikolaushaus gut. Vor zwei Jahren haben Unbekannte Walter Hanekroop beleidigt. Sogar Morddrohungen habe er bekommen, wie er sagt. „Am besten ihr verreckts, ihr brauchts mehr Strom als Ingolstadt“, stand in einem Brief. Die Aufregung kann Hanekroop nicht verstehen. Er sagt: „In München wird jede Nacht sinnlos etwas beleuchtet. Und der kleine Mann wird angegangen, weil er ein paar Licher nach draußen hängt.“ Die Polizei konnte nichts machen, den Schreiber nicht ermitteln. Für Hanekroop war es kein Grund aufzuhören. Auch wenn er mit seiner Frau darüber gesprochen hat. Er ließ sich nicht einschüchtern. „99 Prozent finden gut, was ich mache“, sagt er. Und so viel Strom wie früher verbrauche er schließlich auch nicht mehr. Alle Lichter sind jetzt LED-Lampen. Etwa 120 Euro macht die Stromrechnung aus. Früher waren es über 400 Euro.

Auch in Zukunft will der 85-Jährige sein Lichtermeer aufbauen, trotz des Alters. „Noch kann ich alles machen, nur auf dem Dach hilft der Lebensgefährte meiner Tochter.“ Die Kinder, die kommen und das Ergebnis bewundern, sind immer begeistert“, sagt er. Sogar ein Wunschzettel ans Christkind lag schon im Briefkasten. Bei so etwas werden Walter Hanekroop und seine Frau immer schwach. Und wenn die Kinder am Gartenzaun stehen und ihren Eltern zuflüstern: „Schau, da wohnt der Nikolaus.“

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