1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg

Warten aufs stille Örtchen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Wurde 2010 geschlossen: Die Toilette am Bahnhof in Kirchseeon.  Foto: Stefan Rossmann
Wurde 2010 geschlossen: Die Toilette am Bahnhof in Kirchseeon. Foto: Stefan Rossmann

Kirchseeon - Der Kirchseeoner Gemeinderat vertagt die Entscheidung über ein öffentliches WC, der Senioren-Arbeitskreis sucht derweil nach einer Alternative.

Seit 2010 ist das öffentliche WC am Kirchseeoner Bahnhof außer Betrieb. Noch mindestens ein Jahr wird es dauern, bis möglicherweise Ersatz geschaffen wird. Vielleicht gibt es aber auch eine schnelle Lösung mit einem örtlichen Wirt.

1999 hatte die Bahn AG die sich selbst reinigende WC-Anlage errichtet. Den Unterhalt hatte der Markt Kirchseeon mit einer Vertragslaufzeit von zehn Jahren übernommen. Länger wollte man nicht mehr, weil in der damaligen Finanzkrise die Kosten davon gelaufen waren.

Doch man kam damals überein, sich nach 2014 wieder mit dem Thema zu beschäftigen.

Bürgermeister Ockel wollte nun von seinen Ratsmitgliedern wissen, wie es weitergehen soll. „Es geht mir um die Generallinie, also ob wir eine öffentliche Toilette haben wollen oder nicht, und ob sie aufwändig oder einfach gestaltet werden soll.“ Bedacht werden müsse dabei auch, „dass es ja trotz der dringlichen Geschäfte immer auch negativ belegt ist, wenn wo ein Klo hin soll“.

Thomas Kroll, der bei der Sitzung nicht anwesend war, hatte sich im Namen der SPD-Fraktion per Mail für ein Toilettengebäude wie am Parkplatz in der Wasserburger Innschleife stark gemacht. Kosten für das gut sieben Meter lange Gebäude: 140 000: Das erschien den Räten jedoch als zu teuer.

Dagegen wies Grünen-Gemeinderätin Natalie Katholing einen anderen Weg. Sie hatte nämlich davon gehört, dass der Senioren Arbeitskreis sich in Gesprächen mit Geschäftsleuten und einem Wirt befände, um eine entsprechende Kooperation zu erreichen. „Ja, die gibt es, und wir sind gerade dabei, schon ein passendes Logo zu entwerfen“, bestätigte Maria Wollny (CSU). Auch Wollny meinte: Wenn schon ein Neubau, dann sollten wir nach einer abgespeckten Lösung suchen, mehr muss es ja nicht sein.“ Schließlich hatte die damalige Statistik ergeben, dass das WC am Bahnhof täglich im Jahresdurchschnitt ganze vier Personen aufgesucht haben.

Sven Bittner signalisierte für die SPD, nicht unbedingt auf dem Wasserburger Beispiel bestehen zu wollen, wenngleich man auch sehen müsse, dass die Frequenz der Toilettenbesuche auch etwas mit dem Standort und eventuellen größeren Veranstaltungen in der Nähe zu tun habe. Der Marktplatz selbst oder auch der nördlich davon gelegene Spielplatz zur Kirche hin waren nämlich auch als Alternativstandorte genannt worden. Die jedoch, so bekannte Bürgermeister Ockel, stünden zumindest nicht eben oben auf der Wunschliste der CSU-Fraktion.

Jetzt will man die Bemühungen des Senioren Arbeitskreises abwarten. Sollten diese er keinen Erfolg haben, soll in einem Jahr wieder über das Thema gesprochen werden. Dann aber wohl, so Ockel, „deutlich abgespeckt: nur eine Kabine und Unisex-Nutzung“.

Eberhard Rienth

Auch interessant

Kommentare