Das geplante Wasserschutzgebiet: Rot eingezeichnet ist der Standort des Brunnens, gelb ist Gemeindegebiet von Finsing, südlich in Blau ist Plieninger Flur. repro: dul

Wasserschutzgebiet Finsing: Pliening muss weiter warten

Pliening - Der Erörterungstermin mit den betroffenen Plieninger Grundstückseigentümern wurde erneut vertagt. Ein Ende im Streit um das Wasserschutzgebiet Finsing ist nicht in Sicht.

Nach 2009 und 2010 ist auch der dritte Erörterungstermin im Anhörungsverfahren zum geplanten Wasserschutzgebiet der Gemeinde Finsing (Kreis Erding) geplatzt. Bei dem Termin im Landratsamt Erding hatte Anwalt Benno Ziegler, der rund 60 Grundstückseigentümer aus Pliening vertritt, erneut Verfahrensfehler moniert und Befangenheitsanträge unter anderem gegen die Verhandlungsleiterin, Oberregierungsrätin Sabine Trettenbacher, gestellt. Die habe nach Ansicht Zieglers sich nicht intensiv mit den Anliegen der Anwohner und Grundstückseigentümer befasst.

Wie berichtet, plant Plienings Nachbargemeinde Finsing ein Wasserschutzgebiet auszuweisen, das sich zu 90 Prozent auf Plieninger Flur befinden würde. Das Gebiet würde im Norden Plienings nicht nur landwirtschaftliche Flächen einschließen, sondern auch bereits bestehende Wohnbebauung. Plieninger Anwohner des Wasserschutzgebietes befürchten davon Einschränkungen für Landwirtschaft und Wohnbebauung und einen Wertverlust ihrer Grundstücke. "Aus meiner Sicht gibt es keine Berechtigung für dieses Wasserschutzgebiet", sagt Anwalt Ziegler. Seiner Ansicht nach wäre der Streit einfach beizulegen: "Die Gemeinde Finsing müsste sich einfach an ein Versorgungsnetz eines anderen Zweckverbands anschließen." Ein Teil der Gemeinde beziehe bereits Wasser vom Zweckverband Moosrain.

Der Gemeinderat von Pliening hat sich bereits mehrfach gegen das Wasserschutzgebiet ausgesprochen, Bürgermeister Georg Rittler war beim jetzigen Erörterungstermin ebenfalls dabei. Seiner Meinung nach wäre nach dem neuen Wassergesetz von 2010 gar nicht mehr der Landkreis Erding für das Wasserschutzgebiet zuständig, sondern jener Landkreis, in dem der Großteil der Fläche liegt. Und das sei Ebersberg. "Schließlich befinden sich 90 Prozent des Wasserschutzgebiets auf Plieninger Flur."

Von dem Erörterungstermin in Erding zeigt sich Rittler enttäuscht. "Wir saßen von 10.30 bis 16.15 Uhr und herausgekommen ist nichts." Immerhin habe man wieder ein bisschen Zeit gewonnen.

Der jetzige Termin war die Fortsetzung der im Januar 2010 unterbrochenen Anhörung. Auf Anfrage unserer Zeitung teilte die Sprecherin des Landratsamtes Erding, Christina Centner, am Donnerstag mit: "Wann das Verfahren fortgesetzt werden kann, ist noch offen, es sollte aber möglichst 2011 zum Abschluss kommen." Zunächst müsse Erdings stellvertretender Landrat Max Gotz schriftlich über die Befangenheitsanträge entscheiden.

Max Kressirer, Bürgermeister von Finsing, geht weiter davon aus, "dass das was mit unserem Wasserschutzgebiet wird". Nur komme man bisher vor lauter Verfahrensdiskussionen nicht zum Thema. "Es wird permanent nur alles nachgeschaut und nach Unterlagen gesucht. Das ist eben die Strategie des Plieninger Anwalts." Kressirer verweist darauf, dass er vom Gemeinderat Finsing angewiesen worden sei, das Schutzgebiet ausweisen zu lassen. "Wir brauchen eine Festsetzung, damit wir Planungssicherheit bekommen. Schließlich geht es dabei ja auch um erhebliche Investitionen."

von Armin Rösl und Michael Luxenburger

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