Lange Zeit konnte die Wasserwacht nicht mehr in einem Schwimmbad ihre so wichtigen Übungen vornehmen.
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Lange Zeit konnte die Wasserwacht nicht mehr in einem Schwimmbad ihre so wichtigen Übungen vornehmen.

Start in die Badesaison: Pandemie stellt Lebensretter vor neue Herausforderungen

Wasserwacht in turbulentem Gewässer

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
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Die Wasserwacht steht angesichts sinkender Corona-Fallzahlen und wärmeren Temperaturen vor großen Herausforderungen. Die Wachdienste rechnen in den nächsten Tagen und Wochen mit erhöhtem Besucheraufkommen an den Gewässern, was zu gefährlichen Situationen führen kann.

Landkreis - Die Pandemie hat der Wasserwacht wie anderen Lebensretter-Gemeinschaften auch, erheblich zugesetzt. Monatelang war kein Training im Wasser möglich, Online-Schulungen und digitale Gruppenstunden halfen zwar, waren aber kein echter Ersatz für das Üben im Team. „Die Routine fehlt möglicherweise etwas“, sagt Thomas Huber, Chef der Wasserwacht in Bayern. Gleichzeitig betont der Grafinger CSU-Landtagsabgeordnete aber auch: „Wir gewährleisten die Rettung.“

Lockdown schadet der Fitness

Es ist nicht so sehr der Trainingszustand der ehrenamtlichen arbeitenden Frauen und Männer der Wasserwacht, die Huber umtreibt, als vielmehr der der Badegäste. Der monatelange Lockdown sei der körperlichen Fitness nicht unbedingt förderlich gewesen. Gut möglich, dass der eine oder andere etwas aus der Übung sei. Umso mehr appelliert Huber an die Schwimmer, sich nicht zu überschätzen und sich nicht gedankenlos in gefährliche Situationen zu bringen. „Leichtsinniges Verhalten bringt immer auch die Retter in Gefahr“, warnt er.

Nicht umsonst habe er, Huber, so sehr auf die Öffnung der Freibäder gedrängt, als sich die Corona-Lage etwas entspannte. „Jedes nicht geöffnete Freibad sorgt dafür, dass die Leute auf andere Gewässer ausweichen, was Mehraufwand für die örtlichen Wasserwacht-Mitarbeiter bedeutet.“

Jugendarbeit hat sehr gelitten

Robert Hofmann (50) aus Markt Schwaben ist Technischer Leiter der Kreiswasserwacht im Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes. Er rechnet in den nächsten Tagen mit einem gestiegenen Besucheraufkommen an den vier Gewässern, an denen die Lebensretter Dienst tun: Klostersee (Ebersberg), Kastensee, Steinsee (beide Glonn) und Markt Schwabener Badeweiher. Doch sei die Besetzung der Wachposten gesichert. Dass das auch künftig so sein wird, stellt die Wasserwacht vor Herausforderungen. Denn mit dem monatelangen Lockdown hat die Nachwuchsarbeit gelitten. „Wir werden in den ersten Gruppenstunden merken, dass die Kinder weniger geworden sind“, sagt Hofmann. Nach der Pandemie gelte es, attraktive Angebote für die Jugend zu schaffen, damit sie wieder gerne zur Wasserwacht kommt.

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