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Eine einfache Idee mit großer Wirkung: Deutsche und ausländische Grundschulkinder lernen und spielen einmal im Monat im Haus einer deutschen Familie. Mit Erfolg. Das Offene Haus wird im kommenden März zehn Jahre alt. Foto: kn

Wege zur Integration

Markt Schwaben - In Markt Schwaben hat man die Lösung für eine erfolgreiche Integration eigentlich schon gefunden. Zur Nachahmung empfohlen wurde das Projekt „Offenes Haus“ schon mehrfach.

Als Nora vor sechs Jahren in die Markt Schwabener Grundschule kam, gab es ein Problem, das ihre Mutter Christine Le Coutre so nicht ungelöst im Raume stehen lassen wollte. In der ersten Klasse gab es viele Kinder mit Migrationshintergrund. Und deren Integration war nicht wirklich in allen Fällen gelungen. Die engagierte Mutter reagierte, meldete sich an beim Projekt „Offenes Haus“, ins Leben gerufen von Bettina Ismair. Einmal im Monat kamen einige von Noras ausländischen Schulkameraden ins Haus. Es wurde gemeinsam gelernt, gespielt, gelacht, diskutiert. Es wurde deutsch gesprochen, was nicht ohne erwünschte Nebenwirkungen blieb. Die Migrationskinder haben sozusagen nebenbei und spielerisch deutsch gelernt. Haben erlebt, wie es so zugeht in einer deutschen Familie, haben andere Menschen in ihrer neuen Heimat kennengelernt. Und haben teilweise auch ihre Eltern angesteckt. Auch die haben, nach erstem Zögern, ihre Türen geöffnet. Es habe, so erinnert sich Christine Le Coutre heute, nur einen kleinen Anstoß gebraucht. Und danach sei quasi eine Lawine ins Rollen geraten; im positiven Sinne. Im Sinne einer geglückten Integrierung.

Nora ist inzwischen zwölf, ihr jüngerer Bruder Nils zehn. Beide besuchen inzwischen das Gymnasium. Deshalb ist das Haus Le Coutre als Offenes Haus für Schwabener Grundschulkinder nicht mehr geeignet. Weil das Projekt aber in jeder Hinsicht gut und wichtig ist, hat sich die engagierte Mutter entschlossen, im Hintergrund weiterzuwirken. Ab sofort begleitet sie Mütter und Väter anderer deutscher Grundschulkinder, die sich regelmäßig Ausländerkinder einladen zum gemeinsamen Lernen und Spielen.

Christine Le Coutre übernimmt damit ein Stück weit den Part von Bettina Ismair. Sie agiert aber mit einem enormen beruflichen Fachwissen. Die Schwabenerin ist von Beruf Psychologin, arbeitet in einem evangelischen Beratungszentrum in einem Münchner Brennpunkt und hat dort nach eigenen Angaben viel mit Migrantenkindern und deren Eltern zu tun. Kurzum: Christine Le Coutre weiß, wovon sie spricht, wenn es um das Dauerthema dieser Tagen und Wochen geht.

Die protestantische Synodale redet nicht. Sie tut. Hilft per Supervisionen Ehrenamtlichen im sozialen und kirchlichen Bereich, weil denen nach ihrer Beobachtung in den meisten Fällen die Wertschätzung fehlt für das, was sie für die Allgemeinheit leisten.

Und nun suchen die Initiatoren des Projekts auch noch Leute, die mitmachen. Die ebenfalls einmal monatlich ihr Haus öffnen, um ihre Kindern mit ausländischen Gleichaltrigen zusammenzubringen, ohne das große öffentliche Lob dafür zu bekommen. Ein erstes Treffen betreuender Mütter und Väter dazu findet am Dienstag, 21. September, ab 19.30 Uhr, im katholischen Pfarrheim statt. Interessenten können sich auch an die Rufnummer 25 39 62 wenden.

Internet

www.offenes-haus.eu

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