Mit einem Klemmbrett ausgestattet (Symbolfoto) geben die Betrüger im und vorm City Center vor, für eine Gehörlosen-Organisation Unterschriften und Spenden zu sammeln. Die Polizei kennt die „Gehörlosen-Masche“ bereits und warnt davor. foto: rm

Von wegen "taubstumm"

Poing - Im und vorm City Center sind Trickbetrüger unterwegs. Ihre Masche: Sie geben sich als Gehörlose aus, die für eine Initiative Geld sammeln.

Die „Gehörlosen-Masche“ ist der Polizei bekannt. „Entsprechende Personen tauchen bei uns im Dienstbereich sowie in der Umgebung immer wieder auf“, berichtet Manfred Winter. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Poing rät: „Lassen Sie die Personen links liegen und geben Sie ihnen nichts.“ Hintergedanke der vermeintlich taubstummen Trickbetrüger: „Sie müssen nicht reden und keine Fragen beantworten.“

Eine Anwohnerin des City Centers ist vor gut zwei Monaten auf die Betrüger reingefallen. Am Montag nun hat sie die Männer erneut im Einkaufszentrum gesehen - und die Polizei informiert. Als die Streifenbeamten kamen, waren die Verdächtigen allerdings schon wieder weg.

„Sie haben miteinander geredet“, erzählt die Anwohnerin von ihren Beobachtungen. Die beiden Männer seien zwischen 20 und 25 Jahre alt, hatten Jeans und schwarze Jacken an. Beide hätten schwarze Haare und südländisches Aussehen gehabt. „Mit einem Klemmbrett unterm Arm baten sie um Unterschriften und um eine Spende für eine Gehörlosen-Organisation“, erzählt die Poingerin. Als Logo hätten sie das Bild von Behindertenparkplätzen verwendet.

Sie selbst sei vor etwa zwei Monaten von einem der beiden Männer angesprochen worden, als sie aus der Packstation vor dem City Center gerade ein Päckchen geholt hatte. Zwar habe sie dem Unbekannten Geld gegeben, „im Nachhinein habe ich mich aber darüber geärgert, weil ich schon vermutet hatte, dass da was nicht stimmt“.

Auch wenn die Polizei am Montag zu spät kam: „Es ist immer gut und richtig, bei verdächtigen Beobachtungen uns anzurufen“, sagt der stellvertretende Dienststellenleiter Winter. Die Poingerin, die in den Häusern gegenüber des City Centers wohnt, verspricht: „Ich werde die Augen offen halten.“ Armin Rösl

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