Reparaturversuch mit Lötkolben: Viele kaputte Geräte können im Repair Café gerettet werden. Foto: Schlaf

Wegwerfen? Denkste!

Grafing - Das lohnt sich nicht, das schmeiß ich weg.“ Diesen Satz kennt Tilmann Faul, Hauptorganisator des Grafinger „Repair Cafés“ nur zu gut. Das „Repair Café“ versteht sich als gelebte Nachbarschaftshilfe.

Menschen mit kaputten Geräten treffen auf ehrenamtlich Tätige mit Reparaturerfahrung. Sie versuchen gemeinsam die Dinge wieder nutzbar zu machen. Oft klappt’s.

„Leider bekommt man in Fachgeschäften meistens den Rat, kaputte Geräte zu entsorgen und ein Neues zu kaufen“, weiß Tilmann Faul. Er hat Physik studiert und repariert schon immer gerne . Den meisten Menschen fehle Reparaturerfahrung. Dagegen will er Abhilfe schaffen: „Wir sind ein erfahrenes Team und haben einige Helfer vor Ort.“ Jeder könne erfahren, dass es gar nicht so schwer sei, Defektes wieder in Gang zu bringen.

Ob Bügeleisen mit kaputtem Kabel, ein Wasserkocher, der nicht mehr heizt oder einen Stuhl mit gebrochenem Bein. All das muss nicht weggeschmissen werden. Grundsätzlich kann alles mitgebracht werden was tragbar oder ein Fahrrad ist.

„Die Idee hatte ich vor einem Jahr. Ich bin im Internet darüber gestolpert und habe dann eine solche Veranstaltung in Germering besucht“, sagt Entwicklungsingenieur Faul. Seitdem hat er sich Zeit gelassen und „es hat sich gelohnt“. Als Mitglied der „Transition Initiative Grafing“ kannte er bereits an Nachhaltigkeit interessierte Menschen. So waren nach kurzer Zeit sachkundige Mitstreiter gefunden. Die „Transiton Initiative Grafing“ ist Teil der inzwischen internationalen Transition Town Bewegung, was soviel heißt wie „Stadt im Wandel“.

„Die anderen Helfer stammen aus dem Bekanntenkreis, ich habe einfach mal ’rumgefragt. Viele waren sehr aufgeschlossen und am Repair Café interessiert.“ Faul möchte gemeinsam mit der „Transition Initiative Grafing“ der Wegwerfmentalität entgegenwirken. Es zähle der Nachhaltigkeitsgedanke. Der Ressourcenverbrauch für ein neues Teil, sowie der Aufwand für den entstandenen Müll werde nicht bedacht. „Für mich zählt auch der soziale Aspekt“, erklärt Tilmann Faul. Die Menschen arbeiten zusammen, haben Erfolgserlebnisse und lernen neue Leute kennen. „Das verbindet!“ Er hat die Hoffnung, dass es genügend, aber nicht zu viel zu reparieren gibt. Es werde auch einen Folge-Termin geben.

Ein reparaturerfahrenes Team steht am Samstag, 2. August, von 14 bis 17 Uhr im „Casa Creativa“, Grandauerstraße 4, allen Interessierten mit Rat und Tat zur Seite. Auch wenn nicht alles repariert werden kann, die Teilnehmer wissen am Ende auf jeden Fall, was sie schon beim Kauf neuer Geräte im Hinblick auf Reparaturmöglichkeiten beachten können. (ak)

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