Die Altstadtpassage im Bereich des E-EinZ: Hier hätte der Weiße Ring gerne einen Infostand aufgebaut. Fotos: sro

Weißer Ring darf im E-EinZ nicht werben

Ebersberg - Welcher Tag wäre besser für einen Infostand des Weißen Rings geeignet, als der „Tag des Opfers“, der am Samstag, 22. März, begangen wird? Diesmal wurde der Weiße Ring aber selbst Opfer, und zwar das Opfer einer Ablehnung.

Außenstellenleiter Peter Augustin wollte einen solchen Infostand am Ebersberger Einkaufszentrum E-EinZ im Bereich der Fußgängerzone aufstellen. „Geht nicht“, wurde ihm vom ILG-Fonds mitgeteilt. Ein Infostand sei eine „Promotion“, zu deutsch Werbeaktion, und dafür müsse eine Rechnung gestellt werden, meinte der Eigentümer. Das sei derzeit aus technischen Gründen nicht möglich. Augustin war enttäuscht, gab aber nicht auf. Das Landratsamt Ebersberg erteilte ihm die Genehmigung, seinen Stand vor dem Bereich der Schaukästen in der Altstadtpassage aufzustellen - unentgeltlich. „Ich bin der Auffassung, dass so ein Verhalten nicht akzeptabel ist. Da wird mit großem Aufwand ein Einkaufszentrum eröffnet, und dann wird es kleingeistig“, sagt Augustin mit Blick auf ILG-Fonds.

„Wir erlauben auch ehrenamtliche Aktionen“, teilt das Unternehmen auf Anfrage der Ebersberger Zeitung mit. Vor ein paar Tagen hat so der Landschaftspflegeverband Ebersberg für seine Aktion „Bleamewuid“ Werbung machen dürfen. Warum nicht der Weiße Ring, als prominenter Opferanwalt? „Wir schauen immer auch darauf, dass unsere Mieter keine Einwände dagegen haben. Möglicherweise war an dem Tag etwas anderes. Wir bekommen sehr viele Anfragen“, sagt die Sprecherin am Telefon. Ein Blick in den Terminkalender macht aber dann klar: An dem Tag war nichts.

Der Infostand des Weißen Rings wurde trotzdem ein Erfolg. Fünf Stunden konnte Augustin die Passanten über seine Organisation informieren, die unter anderem Opfern der Hausexplosion in Ebersberg in der Dr.-Wintrich-Straße beistand. Es habe „viele Anfragen und Gespräche“ gegeben, sagt der Außenstellenleiter. Augustin wundert sich, dass eine ehrenamtliche Organisation wie die seine, „die viel für die Gesellschaft leistet“, mit Gebühren belegt werden soll. Er hat eigener Auskunft nach sogar einen Flyer an ILG-Fonds geschickt. „Das änderte nichts an der Ablehnung.“ Auch das Rote Kreuz durfte mit Genehmigung schon Infostände aufstellen. „Vielleicht ist uns da was unten durchgerutscht“, sagt die Sprecherin von ILG entschuldigend. Im nächsten Jahr könnte es klappen. Der 22. März 2015 ist ein Sonntag. Da ist das Einkaufszentrum E-EinZ geschlossen.

Michael Seeholzer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Vaterstettener Schule steht unter Schock: Direktorin tot
Vaterstettener Schule steht unter Schock: Direktorin tot
Bahndamm zwischen Glonn und Grafing: Soll er zum Radweg werden?
Bahndamm zwischen Glonn und Grafing: Soll er zum Radweg werden?
Atomares Endlager: Landkreis Ebersberg definitiv nicht betroffen
Atomares Endlager: Landkreis Ebersberg definitiv nicht betroffen
Coronavirus im Landkreis Ebersberg: Corona-Fälle an zwei Schulen - 7-Tage-Inzidenz steigt wieder
Coronavirus im Landkreis Ebersberg: Corona-Fälle an zwei Schulen - 7-Tage-Inzidenz steigt wieder

Kommentare