Werbeschilder in Grafing: Lang und breit über hoch oder breit

Grafing - Ein Werbeschild mit einer durchgehenden Länge von satten 32 Metern und einer Höhe von 60 Zentimetern an einem Bauernhof? Dieser Schlauch geht vollkommen konform mit der Werbeanlagensatzung der Stadt Grafing.

Kein Problem also. Vier Werbeschilder an demselben Bauernhof, 60 Zentimeter hoch und nur schlappe 3,25 Meter lang, dafür aber einzeln übereinander? Muss man eine Ausnahmegenehmigung haben. Und die erteilte der Grafinger Bauausschuss nach lebendiger Debatte. Aber nicht über Sinn und Unsinn solcher Bestimmungen, sondern über die Werbung im ländlichen Raum an und für sich.

Die Absicht hinter der Werbeanlagensatzung ist vernünftig und nachvollziehbar: „Wildwuchs“ so erläuterte Bauamtsleiter Josef Niedermaier, soll vermieden werden vor allen Dingen von „Fremdfirmen“, zum Beispiel am Ortseingang - wie eben bei vorliegendem Antrag am Schönblick. Dort werben aber Firmen, die ihren Standort auch beim „Bauern am Berg haben“. Das ist der Unterschied. Stadtrat Franz Frey (SPD) machte sich zum Sprecher der Anlieger: „Das ist dort ländlich geprägt, deutet aber jetzt auf gewerblich-städtisch hin“, meinte er zu dem Vorhaben des Landwirts Johann Zellner. „Werbeanlagen im privilegierten Außenbereich sind zulässig“, informierte Niedermaier. „Wir sehen von der Ortsbildgestaltung keinerlei Nachteile.“ „Man macht sich halt Sorgen“, gab Frey zurück. Die gewerbliche Nutzung ist ebenfalls zugelassen, ergänzte Niedermaier.

„Was steht denn da drauf?“, wandte sich Angelika Obermayr (Grüne) einer inhaltlichen Frage zu. „Wie weit ist denn das von der Straße weg?“, wollte Olaf Rautenberg (SPD) wissen, „ob die Autofahrer nicht abgelenkt werden“. „Kann man nicht in Erfahrung bringen, um welche Betriebe es sich da handelt?“, fragte Heinz Fröhlich (Grüne) in die Runde. „Da ist einer drin, der macht Werbetafeln“, informierte Michael Hirschläger (parteifrei) seine Kollegen im Ausschuss. Die stimmten anschließend für die Ausnahmegenehmigung, bis auf Frey und Obermayr. Die waren dagegen.

Von Michael Seeholzer

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