Wolfgang Will sieht „erhebliche“ Finanzierungslücken. Foto: kn

Will will's wissen

Vaterstetten - Wolfgang Will (FDP), dritter Bürgermeister der Gemeinde Vaterstetten, will nun genau wissen, was die unterschiedlichen Szenarien zur Schulentwicklung die Gemeinde kosten könnten. Und der FDP-Gemeinderat will wissen, wie dies bezahlt werden soll.

"Es geht nicht an, dass wir ständig der Bevölkerung erklären, was alles gemacht werden muss, ohne die Finanzierung klar und deutlich auf den Tisch zu legen“, so Will in einem offenen Brief an Bürgermeister Georg Reitsberger (FW). Dazu hat Will einen umfangreichen Fragenkatalog vorgelegt. Die Zeit drängt. Denn in der nächsten Vaterstettener Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 7. November, soll die Entscheidung fallen. Diesen Termin bestätigte das Vater-stettener Rathaus am gestrigen Montag.

Hintergrund: Ursprünglich war überlegt worden, die Schulstandorte Wendesteinstraße sowie Gluckstraße/Johann Strauß-Straße aufzugeben. Zu hoch erschienen die Kosten für die dringend notwendige Sanierung der bestehenden Gebäude. Geplant war eine neue große Schule auf einem Areal am Jugendzentrum. Vor allem gegen die Schließung der Wendelsteinschule regte sich deutlicher Widerstand. Schließlich wurde die Schuldebatte eines der zentralen Themen im Bürgermeisterwahlkampf. Verknüpft werden kann die Frage der Schulen auch mit den Themen Schwimmbad und neues Zentrum inklusive Bürgersaal. Reitsberger hatte jetzt kurz nach seiner Wahl versucht, das Schulprojekt zu beschleunigen im Sinne einer „kleinen Lösung“. BedeuteT: Die Grundschule an der Wendelsteinstraße soll zunächst so weit instand gesetzt werden, dass das Gebäude allen notwendigen Anforderungen des Brandschutzes genügt. Über die weitere Entwicklung des Schulstandortes an der Wendelsteinstraße soll der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt gesondert befinden. Die Rede war in der Sitzungsvorlage zur Gemeinderat am 17. Oktober davon, dies sei „mehrheitlich“ gewünscht. Damals wurde die Debatte jedoch ohne Beschluss abgebrochen.

„Gibt es eine Umfrage oder ist die benannte Mehrheit ein ,Bauchgefühl’ aus dem Wahlkampf oder liegen Umfragen vor, die die Gemeinderäte nicht kennen“, will nun Will wissen. Er fragt weiter: „Ist der Mehrheit klargestellt worden, welche Kostenauswirkungen die Trennung hat.“ Will geht von Mehraufwendungen von fünf bis sieben Millionen Euro für die Sanierung der Schule an der Wendelsteinstraße aus. Und dem FDP-Rat geht es auch um die Finanzierung. So könne ein dringend benötigtes Lehrschwimmbecken aus seiner Sicht nicht über die Verkäufe von Grundstücken an der Gluckstraße bezahlt werden, die nach dem Abriss der dortigen Schule frei werden. Will geht noch einen Schritt weiter. Er betont: „Die Finanzierungslücken beim Erhalt der Schule Wendelsteinstraße, Bau des Schulzentrums sowie Errichtung eines neuen Rathauses mit Bürgerhaus, dürften dann bei rund 25 bis 30 Millionen Euro liegen.“ Er will nun geklärt wissen, ob die erwarteten Verkaufserlöse aus dem Neubaugebiet Vaterstetten Nord-West ausreichen, um diese Finanzierungslücke abzudecken.

Robert Langer

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