Windenergie - im Kleinen

Ebersberg - „Kleine Windenergieanlagen - ein Model für den Landkreis?“ So lautete der Titel eines Informationsabends der Ebersberger Agendagruppe für Energie.

Im Sitzungssaal des Rathauses informierte Simon Wieser, Chef der Frauenneuhartinger Firma Wieser Elektro, über die allgemeinen Bedingungen und lokalen Voraussetzungen für die Installation privater Windräder.

In Bayern seien solche Vorrichtungen bis zu einer Höhe von zehn Metern, gemessen bis zur Flügelspitze, genehmigungsfrei. Bei einer Höhe von 15 bis 30 Metern brauche man eine „vereinfachte“ Genehmigung, so Wieser. Um noch als „klein“ durchzugehen, dürfe der Flügeldurchmesser einer Anlage maximal 16 Meter betragen und nicht mehr als 30 Kilowatt Strom erzeugen. Im Landkreis könne man mit einem 3,5 Kilowatt Windrad ungefähr 2 500 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Mit der Anlage lässt sich laut Wieser der Stromverbrauch einer dreiköpfigen Familie decken.

Die Investitionskosten einer solchen Vorrichtung belaufen sich allerdings auf etwa 15 000 Euro. Wer den erzeugten Strom in sein eigenes Hausnetz einspeise, senke seine Stromrechnung um circa 20 Cent pro Kilowattstunde. Überflüssigen Strom könne man dem regionalen Markt zur Verfügung stellen und dafür rund neun Cent pro Kilowattstunde kassieren.

Umstritten sei aber, ab wie viel Wind sich eine solche Investition lohne. Informationen aus dem Internet zufolge, sei dies ab einer häufig auftretenden Windgeschwindigkeit von sieben Metern pro Sekunde (circa 25 Stundenkilometer) der Fall. Aber, so der Referent weiter, zum Glück laufe nicht alles immer nur auf die Frage der Amortisation hinaus. Wieser appellierte an die Zuhörer, etwas auszuprobieren, was rein finanziell gesehen nicht voll rentabel erscheine. Zu bedenken sei zudem, dass die Anlagen, im Gegensatz zur Photovoltaik, auch in der Nacht und bei schlechtem Wetter Strom produzierten.

Geeignete Plätze für solche Windanlagen seien auf kleineren Anhöhen. Standorte mit Turbulenzen hingegen sollten gemieden werden.

Genauere Informationen zu Windfeldern, jahreszeitlicher Verteilung der Windstärke und dem zu erwartenden Energieertrag ließen sich im Bayerischen Windatlas nachlesen.

Auch das Thema Lärmbelästigung sprach der Elektrofachmann an. Kreisende Rotorblätter könnten unter anderem Geräusche, Schatten und Lichtreflexe erzeugen. Falls Nachbarn davon betroffen wären, solle man vorab unbedingt mit ihnen reden. In Wohngebieten dürften in der Nacht maximal 35 Dezibel vor geöffneten Fenstern gemessen werden. Zu vergleichen wäre das mit einem leisen Zimmerventilator, der bei geringer Geschwindigkeit aus einem Meter Entfernung zu hören ist.

Susanne Schmidberger, Grünen-Stadträtin in Ebersberg, wandte sich abschließend mit der Hoffnung an die Stadtverwaltung, diese möge an einem geeigneten Standort eine Kleinwindkraftanlage installieren.

Von Fabian Meyer

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