Zur Asylberwerberunterkunft umgebaut und bald zu klein: Die ehemalige Gaststätte Elena in Grafing. Eine Containerlösung ist im Gespräch. Foto: Stefan Rossmann

Wöchentlich neue Asylbewerber im Landkreis

Landkreis Ebersberg - Bis Ende des Jahres werden voraussichtlich weitere einhundert Asylbewerber in den Landkreis Ebersberg kommen, das hat die Regierung von Oberbayern dem Landratsamt Ebersberg jetzt mitgeteilt. Wo werden sie wohnen?

Konkret werden es nach den jüngst im Kreistag vorgestellten Zahlen bis Jahresende wohl 226 Personen sein, vielleicht auch mehr. Derzeit leben laut Landratsamt 144 Asylbewerber im Landkreis.

Die jüngsten Ankömmlinge können wohl in der neuen Unterkunft in Grafing untergebracht werden. Eine „Reserve“ gibt es aber nicht mehr. Jetzt wird nach neuen Wohn-Lösungen gesucht. Möglicherweise wird es „Wohnmodule“ für diesen Personenkreis geben.

„Wir gehen davon aus, dass nun wöchentlich Asylbewerber im Landkreis eintreffen werden“, so Stefanie Geisler, die zuständige Abteilungsleiterin im Landratsamt. „Das verschärft die ohnehin schwierige Situation bei der Beschaffung von Wohnraum für Asylsuchende weiter“, erklärt Landrat Robert Niedergesäß (CSU).

Er hat aus diesem Grund die Bürgermeister aller Gemeinden angeschrieben und sie dringend um Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten gebeten. „Das können leerstehende Pensionen oder Hotels, unbewohnte Einfamilienhäuser, Wohnungen oder Einzelzimmer sein“, heißt es in dem Schreiben. Der Landrat appelliert zudem an alle Landkreisbürger, sich im Landratsamt zu melden, wenn sie Wohnraum für Asylbewerber anbieten können. „Unserem Landkreis stellt sich eine große soziale Aufgabe, die wir gemeinsam bewältigen müssen. Ich hoffe auf die Mithilfe vieler Landkreisbürger“, so Niedergesäß.

Wegen der steigenden Anzahl von Menschen, die eine Unterkunft brauchen, sucht das Landratsamt nun auch Grundstücksflächen mit Wasser-, Strom- und Kanalanschluss, auf denen „Wohnmodule“ errichtet werden können.

Die Asylbewerber kommen beispielsweise aus Syrien oder Afghanistan. Falls keine Unterkünfte gefunden werden können, könnte wieder eine „Turnhallen-Lösung“ notwendig werden, wie es in jüngster Vergangenheit bereits konkret Pläne für eine Halle der Realschule Ebersberg gab.

„So lange kein anderer Wohnraum vorhanden ist, wird das bei Asyl immer eine Notfall-Lösung sein“, so Norbert Neugebauer vom Landratsamt auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung.

Von Robert Langer

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