Keine Lust auf Watschnbaum: Seehofer spricht über möglichen Rücktritt

Keine Lust auf Watschnbaum: Seehofer spricht über möglichen Rücktritt
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Auszeichnung mit dem Porzelanlöwen beim Neujahrsempfang 2011: (v.l.) Willi Frisch, Klaus Wimmer, Josef Mittermeier, Jürgen Harttmann, Peter Fleckner, Karl Müller, Peter von Kutzschenbach und der damalige Bürgermeister Robert Niedergesäß. 

Zehn Jahre Energiewende Vaterstetten

Motiviert zum Jubiläum

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Peter Fleckner ist skeptisch. Er glaubt nicht, dass die Energiewende in Vaterstetten, also die Abkehr von endlichen Rohstoffen bis zum derzeit kreisweit angestrebten Zeitziel 2030, umgesetzt werden kann.

Vaterstetten– Das sei aber gar nicht so wichtig, sagt Fleckner, der sich in diesem Bereich ehrenamtlich engagiert. Es gehe nicht um einen Tag X, es gehe darum, sich auf den Weg zu machen und etwas zu erreichen, vor Ort, unabhängig davon, was auf Bundesebene passiert.

Auf den Weg gemacht haben sich Fleckner und eine Reihe von Mitstreitern vor zehn Jahren, als die „Energiewende Vaterstetten“ als Organisation gegründet wurde. Entstanden ist die Gruppe aus der damaligen „Zukunftswerkstatt“. Vorläuferansätze gab es bereits bei den Agenda-Arbeitskreisen. Damals waren es etwa zehn Leute. Auch heute ist die Gruppe mit rund 20 Mitgliedern relativ klein, aber effektiv und erfolgreich. Die Gründung der Bürger-energiegenossenschaft 3E Eigene Erneuerbare Energien gemeinsam mit Aktiven aus Zorneding geht auf die Energiewende Vaterstetten zurück. „Wir wollten selbst etwas auf die Beine stellen“, betont Energiewende-Mitglied Josef Mittermeier im EZ-Gespräch. Erstellt wurden eine Reihe von Vorschlägen und Konzepten, unter anderem wurde 2010 die Studie „Strom und Wärme für Vaterstetten“ präsentiert. Fleckner: „Wir haben versucht, etwas zu finden, das man auf den ganzen Ort beziehen kann. Es waren viele Fragen zu lösen, angefangen vom Baurecht bis zu Überlegungen, ob man mit Zwangsanschlüssen weiter kommt.“

Mitglieder der Gruppe besuchten verschiedene Projekte vor allem in Süddeutschland. In Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen war man damals schon bedeutend weiter. Wie Gruppenmitglied Klaus Wimmer betont, gab es auch positive Beispiele für Solarenergie in Ländern wie Bangladesch. „Wir hatte schon in der Anfangszeit die Unterstützung des damaligen Bürgermeisters und heutigen Landrats Robert Niedergesäß. Damit war der Boden bereitet.“

Heute noch bedauern die Aktiven, dass für das Gewerbegebiet Parsdorf kein energetisches Gesamtkonzept umgesetzt wurde. Das Thema sei wie eine heiße Kartoffel gewesen, erinnert sich Fleckner. Keiner habe es richtig anfassen wollen. Im Nachhinein könne man allerdings Teile einer Gesamtlösung feststellen, wie Fotovoltaik auf den Dächern. „Doch wir wollten mehr, auch Lösungen beispielsweise für Wärme“, so Fleckner.

Vielleicht klappt es ja mit einem Energie-Gesamtkonzept im neuen Gewerbegebiet, das derzeit nördlich der Autobahn 94 bei Parsdorf geplant wird. „Zumindest stehen die Vorgaben im Kriterienkatalog für die Ansiedlung von Betrieben“, betont Mittermeier.

Im Rückblick auf die vergangene zehn Jahre meint Fleckner: „Wir sind schon enttäuscht, dass viele von unseren Vorschlägen nicht umgesetzt wurden. Wir haben aber gelernt, einen Schritt zurück zu gehen und wieder weiter zu machen.“ Es hätten sich inzwischen viele Dinge positiv entwickelt, die hätte man vor zehn Jahren nicht für möglich gehalten. „Das ist motivierend.“ Wimmer ergänzt, wichtig sei in Vaterstetten auch die Einstellung eines Klimaschutzmanagers gewesen, der staatlich gefördert wird. Um das möglich zu machen, habe das Umweltamt im Rathaus gute Arbeit geleistet. Es gibt noch viel zu tun. So betont Mittermeier, das Netz der Gemeindewerke werde derzeit nur zu 25 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben. Das müsse sich ändern. Zudem müsse die Energiewende Vaterstetten die Öffentlichkeitsarbeit weiter verbessern. „Wir müssen den Bürgern stärker vermitteln, was heutzutage schon möglich ist. Die Energiewende braucht ein positives Image.“ Im Jubilämsjahr wird es eine Reihe von Veranstaltungen und eine Ausstellung geben.

Trotz etwas Skepsis beim Zeitplan ist Fleckner zuversichtlich. Die Firmen hätten entdeckt, dass man mit erneuerbaren Energien Geld verdienen kann. Für den Ort Vaterstetten entstehe derzeit ein Energiekonzept, das nun in Rohform vorliege und wohl im März offiziell präsentiert werde. Die Studie belege, dass das Konzept wirtschaftlich umgesetzt werden könne. „Wirtschaftlichkeit ist ein sehr wichtiger Aspekt“, sagt Fleckner.

Kontakt

weitere Infos unter www.energiewende-vaterstetten.de

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