Zum Prozess-Auftakt im Oktober 2004 betrat Michael F. mit einem Rosenkranz um den Hals den Gerichtssaal. foto: rk

Zehn Jahre nach dem brutalen Verbrechen

Der Wudy-Mörder ist tot

Poing - Mehr als zehn Jahre nach dem Mord an Gudrun Wudy in Poing ist der Täter tot. Das hat die Staatsanwaltschaft bestätigt. Michael F. (30) hat sich in der Forensik in Straubing das Leben genommen.

Nach knapp zehn Jahren in einer psychiatrischen Klinik wollte Michael F., der im August 2002 in Poing (Kreis Ebersberg) die damals 38-jährige Gudrun Wudy brutal ermordet hatte, frei sein. Im Mai 2012 hatte er Antrag auf Haftentlassung gestellt, den das Gericht aber ablehnte. Ein psychologisches Gutachten hatte ergeben, dass der mittlerweile 30-Jährige weiterhin gefährlich ist.

Am vergangenen Sonntag soll sich Michael F. in der psychiatrischen Anstalt in Straubing das Leben genommen haben. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte am Dienstag Ken Heidenreich, Sprecher der Staatsanwaltschaft München II: "Michael F. ist tot." Details dazu nannte er nicht.

Das als "Badewannen-Mord" titulierte Verbrechen war einer der größten Fälle in der Kriminalgeschichte Oberbayerns. Mehr als ein Jahr lang suchte die Kripo den Täter, der Gudrun Wudy in deren Wohnung im Poinger Neubaugebiet mit zahlreichen Messerstichen umgebracht hatte, sich mehrmals an dem Leichnam verging und die Tat mit einer Videokamera aufgenommen hatte. Anschließend legte der Mörder den leblosen Körper in die Badewanne und drehte den Wasserhahn auf. Zwei Tage später entdeckte Gudrun Wudys Vater die Leiche seiner Tochter.

Den Film wollte F. ins Internet stellen, fand die Polizei später heraus. In seiner Wohnung in Riem entdeckten die Beamten zudem eine Liste, auf der die Namen von weiteren alleinstehenden Frauen aus Poing und Umgebung standen.

Bei der Suche nach Wudys Mörder mussten vor zehn Jahren etwa 1500 Männer im Alter bis zu 60 Jahren eine Speichelprobe abgeben. Der Täter war nicht dabei.

Über ein Jahr nach der Tat informierte Michael F.s damalige Freundin die Polizei, weil sie auf dessen Videokamera den Film entdeckt hatte. Daraufhin wurde der 21-Jährige festgenommen und Ende 2004 vom Landgericht zur Jugendhöchststrafe von zehn Jahren verurteilt. Außerdem wurde die Unterbringung in eine psychiatrische Anstalt angeordnet.

Armin Rösl

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