Rollende Integration: Seyou aus Mali und Henok aus Eritrea reparieren gemeinsam mit Zornedinger Schulkindern ein Fahrrad im Rahmen eines Projekttages. Foto: s. Rossmann

Lernen mit Flüchtlingen

Zorneding - „Das hat richtig Spaß gemacht“, freute sich ein Bub. Gemeinsam mit anderen Kindern hatte er ein Fahrrad auseinander genommen und ein Loch im Reifen geflickt.

Wie das geht, das haben ihnen Seyou aus Mali und Henok aus Eritrea gezeigt, zwei in der Zornedinger Unterkunft lebende Flüchtlinge, die die Radlwerkstatt der Asylbewerber betreuen. Das reparierte Fahrrad wird Angela Baldus bekommen, Leiterin der Zornedinger Schule.

Die Bildungseinrichtung hatte für die Jahrgangsstufen drei und vier zwei Projekttage „Flüchtlinge bei uns“ organisiert. Rund 150 Kinder konnten sich aus über 70 Kursen mehrere Angebote heraussuchen. Da wurde unter anderem gemeinsam gekocht. Aus der Schulküche duftete es nach Zwiebeln, Tomaten und Knoblauch für das Linsengericht Ades. Daneben wurde Teig für einen Taita-Hefefladen angerührt. In einem Klassenzimmer lagen unterschiedliche Gegenstände auf einem Haufen. Die Frage: Was wird für die Flucht in einen kleinen Rucksack gepackt? Etwas zum Anziehen, zum Essen, Spielsachen. Und was tut am meisten weh, wenn man es zurücklassen muss? Auch hier kamen klare Antworten von den Kindern: Meine Familie, mein Haustier, mein Fußballverein.

In anderen Kursen ging es darum, wie und warum die Flüchtlinge nach Deutschland kommen, aber auch um Musik, Schrift und Zahlen aus den fremden Ländern. Hier konnten Asylbewerber aus ihrer Heimat berichten.

Schulleiterin Angela Baldus freute sich über die große Zustimmung für das Projekt bei den Eltern und die Unterstützung sowohl von den Lehrern als auch von Referenten von außerhalb. Als sie damals für die ersten jugendlichen Flüchtlinge in Zorneding Klassenräume zur Verfügung gestellt hatte, habe es noch heftige Reaktionen gegeben, so Baldus. Inzwischen sei die Situation deutlich entspannter. lan

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