Auf der Wimmerwiese im Zornedinger Gemeindeteil Pöring entstehen gerade 50 Gemeindewohnungen, die nach nun festgelegten Kriterien vergeben werden sollen.
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Auf der Wimmerwiese im Zornedinger Gemeindeteil Pöring entstehen gerade 50 Gemeindewohnungen, die nach nun festgelegten Kriterien vergeben werden sollen.

Kriterienkatalog für die Vergabe verabschiedet

Alleinerziehende und „Freimacher“ punkten bei Zornedinger Gemeindewohnungen

  • Susanne Edelmann
    VonSusanne Edelmann
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Jetzt steht fest, wer Anspruch auf gemeindeeigene Wohnungen in Zorneding hat. Die Gemeinderäte haben den Kriterienkatalog im dritten Anlauf verabschiedet. Punkte gibt‘s zum Beispiel für Alleinerziehende und Leute, die eine größere Wohnung freimachen.

Zorneding – Aller guten Dinge sind drei: Schon im März und im April hatte der Sozialausschuss der Gemeinde Zorneding über die Vergabekriterien für gemeindeeigene Wohnungen debattiert. Es wurde ein Kriterienkatalog erstellt, doch die Gewichtung der einzelnen Kriterien sorgte für viele Diskussionen. Jetzt stand das Thema erneut auf der Tagesordnung und konnte endlich abgeschlossen werden.

Vor allem Bürgermeister Piet Mayr (CSU) hatte darauf gedrängt: „Damit die Bewerber wissen, woran sie sind.“ Liegenschaftsverwalter Alexander Grothe hatte die Rückmeldungen der Fraktionen in den Katalog eingearbeitet und erneut zur Abstimmung vorgelegt.

MItwirken in einem örtlichen Verein gibt Punkte

Für die Jahre der Gemeindezugehörigkeit werden maximal drei Punkte pro Jahr für maximal fünf Jahre vergeben. In einem zweiten Schritt sollen aber auch junge ehemalige Gemeindebürger berücksichtigt werden, die für Ausbildung oder Studium die Gemeinde verlassen mussten, nun aber zurückkehren wollen. Alternativ zur Gemeindezugehörigkeit soll auch eine berufliche Beschäftigung in der Gemeinde angerechnet werden. Auch das aktive Mitwirken in einem örtlichen Verein gibt Punkte. Gestrichen wurde das Kriterium „Verheiratet, eingetragene Lebenspartnerschaft“, das der Ausschuss schon im April kritisiert hatte. Punkte gibt es hingegen für Alleinerziehende, für Kinder, für aufgenommene Eltern, für Pflegegrade und Schwerbehinderung. Wer in einer (zu) großen Gemeindewohnung lebt, diese aber zugunsten einer kleineren Wohnung frei macht, erhält ebenfalls Punkte.

Diskussion über Einkommensverhältnisse

Eine längere Diskussion gab es über den Punkt Einkommensverhältnisse. Einhelliger Wunsch war zwar, auch Personengruppen zu berücksichtigen, die zwar zu viel für den Bezug einer Sozialwohnung verdienen, sich aber dennoch keine Wohnung auf dem freien Markt leisten können. Grothe hatte für den Kriterienkatalog die Einkommensgrenzen aus dem Bund und dem Freistaat Bayern zum Vergleich herangezogen und für Zorneding einen Aufschlag von 100 Prozent auf die Zahlen des Freistaates angesetzt. Das war einigen Ausschussmitgliedern dann doch zu hoch.

Stefan Obermaier (Grüne) fragte: „Wie lang wird denn dadurch unsere Warteliste? Das macht die Vergabe noch schwieriger.“ Auch Siad Abdin-Bey (FDP) meinte: „Es ist zwar wichtig, dass die Einkommensgrenze deutlich über dem Sozialwohnungsstandard liegt. Aber gleich so hoch gehen?“ Marian Nowosad (SPD) hingegen mahnte: „Wir dürfen die Mittelschicht nicht vergessen!“ Letztlich einigte sich das Gremium auf Antrag der Grünen auf einen Aufschlag von 90 Prozent auf die Zahlen des Freistaates. Außerdem gibt es auf diese Einkommensgrenzen einen Bonus von 1000 Euro für jedes Kind. Angewendet wird dieser Kriterienkatalog auf alle Gemeindewohnungen, das sind gut 100 inklusive der 50 Wohnungen, die auf der Wimmerwiese entstehen.

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