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Holpriger Weg! Vor dem Martinstadl der Kirchenstiftung in Zorneding ist es nicht einfach für Rollstuhlfahrer. Das Pflaster soll ausgetauscht werden. Doch die Gemeinde will der Kirchenstiftung noch keinen Zuschuss geben.

Kirche und Gemeinde 

Barrierefreiheit: Zorneding zahlt nur unter einer Bedingung mit

Der Parkplatz vorm Martinstadl in Zorneding soll barrierefrei werden. Das Kopfsteinpflaster sorgt für Probleme und soll raus. Die Gemeinde sagt: Wenn wir zahlen, wollen wir mitreden.

Zorneding Ein Teil des Kopfsteinpflasters vor dem Martinstadl soll verschwinden – der Bereich um den Behindertenparkplatz barrierefrei werden. Menschen im Rollstuhl oder mit Gehproblemen macht der Untergrund einige Probleme. Er soll in Teilbereichen durch glatteren Belag ersetzt werden.

Die Kirchenstiftung Sankt Martin müsste dafür bezahlen. Im Gemeinderat hat sie jüngst jedoch um einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Kosten gebeten: Es geht um insgesamt rund 16 000 Euro, also um 8000 Euro aus der Gemeindekasse.

Die Pläne für das neue Pflaster der Stiftung schmeckte nicht allen Gemeinderäten. Wilhelm Ficker (Freie Wähler) störte sich an der Optik, Betongehwegplatten, sogenannte Münchner Platten, sollen das jetzige Kopfsteinpflaster ersetzen.

“Plant anders!“

Sein Vorschlag stattdessen: Eine Gehwegbreite des Pflasters soll heraus und durch Granitplatten ersetzt werden, damit Rollstuhlfahrer auf der Fläche leichter zum Gebäude schieben können. „Das ist deutlich schöner und wird dem Ensemble eher gerecht“, sagte er. Peter Pernsteiner (FDP) bemängelte die geplante Neupflasterung bis zum Ingelsberger Weg: „Da es dort keinen Gehweg gibt und man gleich auf der Straße steht, müsste zumindest am Gehweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Absenkung erfolgen.“ Bianka Poschenrieder (SPD) wünschte sich eine barrierefreie Pflasterung auf dem ganzen Parkplatz, nicht nur entlang des ausgewiesenen Behindertenparkplatzes. Bürgermeister Piet Mayr (CSU) stellte fest: „Jeder hier hat Detailvorschläge, die im Endeffekt besagen: Plant anders! Die Maßnahme wurde aber von der Kirche so beschlossen.“ Die Gemeinderäte waren überzeugt: „Wenn wir zahlen sollen, wollen wir mitreden.“

Antrag auf Zuschuss: abgelehnt

Nur Barbara Weiß (Grüne) entgegnete: „Die Kirche hat sich zur Ausführung doch bestimmt Gedanken gemacht, da müssen sich doch jetzt keine zwei Gremien drum kümmern.“ Der Zuschuss-Antrag wurde mit zwölf Nein- und neun Ja-Stimmen erst einmal abgelehnt. Bis zur nächsten Abstimmung will die Gemeinde mit der Kirchenstiftung sprechen. Die genannten Vorschläge sollen besprochen und der Behindertenbeauftragte Zornedings Gregor Schlicksbier mit eingebunden werden. Er betonte, dass es auch im Inneren des Stadels mobilitätseingeschränkte Menschen schwer hätten. „Die Toiletten befinden sich im Kellergeschoss.“

Kritik am Pflaster 

Im August 2016 hatte der VdK Zorneding-Pöring Schwachstellen des Pflasters vor dem Martinstadl kritisiert. Gemeinderäte und Bürgermeister Mayr hatten an einem gemeinsamen Spaziergang mit dem Sozialverband teilgenommen und konnten selbst im Rollstuhl testen, für welche Probleme das Pflaster sorgt.

Susanne Edelmann

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