Blick aus der alten Brennerei in Zorneding auf die ehemalige Bundesstraße 304. Das dreieckige Brennerei-Areal zwischen Münchner und Anton-Grandauer-Straße sei die „perfekte Ortsmitte“, meint die Firma Quest-Immobilien. Foto: Sro

Abriss steht bevor

Basteln an Zornedings Ortsmitte

Zorneding - Der Zornedinger Gemeinderat informiert sich über die Möglichkeiten, wie das Brennereigelände künftig genutzt werden könnte.

Im Februar hatte der Zornedinger Gemeinderat beschlossen, für das Gebiet, auf dem sich derzeit noch die alte Brennerei befindet, einen Bebauungsplan aufzustellen (wir berichteten). Wilhelm Ficker (FWG) mahnte damals: „Das ist jetzt die letzte Möglichkeit, am Gesicht von Zorneding zu arbeiten, das sollte uns allen wichtig und etwas wert sein.“ In die März-Sitzung hatte das Gremium deshalb das Unternehmen Quest-Immobilien eingeladen. Dessen Vorstandsvorsitzender Max von Bredow stellte sowohl seine Firma als auch seine Ideen für Zorneding vor.

Das Familienunternehmen hat sich vor allem durch zwei große Projekte einen Namen gemacht, nämlich die Alte Spinnerei in Kolbermoor und den Klosteranger Weyarn. In Kolbermoor standen die Gebäude der ehemaligen Baumwollspinnerei lange leer und waren dem Verfall preisgegeben, bevor die Firma Quest das Areal kaufte und in ein attraktives Stadtviertel mit Wohnungen, Büros, Gastronomie und Geschäften umwandelte. Ähnlich war es beim Kloster Weyarn: „Wir haben nicht nur saniert, sondern revitalisiert.“ Es entstanden unter anderem ein Dorfanger, ein Gemeinschaftsgarten und zehn Mehrgenerationen-Wohneinheiten, für Einheimische gab es ein Vorkaufsrecht. Wichtig bei beiden Projekten waren die Kommunikationsflächen: „Denn Integration entsteht nicht in der Wohnung, sondern im Außenbereich.“

Ideale Voraussetzungen

Die diesbezüglichen Voraussetzungen für Zorneding seien ideal: Das dreieckige Brennerei-Areal zwischen Münchner und Anton-Grandauer-Straße sei durch die zentrale Lage und die Nähe zu Kirche, Gaststätten und Supermarkt die perfekte Ortsmitte, „man erkennt es nur noch nicht.“ Ficker gab zu bedenken, dass es in Weyarn und Kolbermoor durchaus Widerstand gegen die Bauprojekte gegeben habe. Das bestätigte von Bredow: „In beiden Orten gab es Bürgerentscheide. Die haben wir begrüßt, weil so der Bürgerwille geklärt wurde.“ Bei der Umsetzung eines solchen Projektes sei es entscheidend, die Bürger zu integrieren.

Helmut Obermaier (Grüne) erinnerte daran, dass es in Zorneding schon einmal eine lokale Agenda gab, die sich nach dem Bau der Umgehungsstraße mit der Neugestaltung der ehemaligen B 304 befasst habe. „Von diesen Planungen wurde nichts umgesetzt, die Leute waren frustriert und mir fehlt ehrlich gesagt der Glaube, dass wir nochmal eine Bürgerbeteiligung mit so viel Engagement zustande bringen.“ Ein entscheidender Unterschied zu Zorneding: In Weyarn und Kolbermoor hatte es die Firma Quest jeweils nur mit einem einzigen Grundstückseigentümer zu tun. In Zorneding hingegen gibt es rund um das betreffende Areal eine Vielzahl von Grundstücksbesitzern. Auch deshalb fragte Bianka Poschenrieder (SPD): „Erlebe ich das noch?“ In Weyarn sei schon 1990 mit den ersten Planungen begonnen worden, so von Bredow, die konkreten Gespräche vor dem Beginn der eigentlichen Bauzeit hätten drei Jahre gedauert.

Bürgermeister Piet Mayr (CSU) meinte abschließend: „Das ist ja ein zentrales Thema und somit ein längerer Prozess, den man sukzessive umsetzen muss.“

Susanne Edelmann

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