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Zornedings Ortsmitte.

Nach Morddrohungen gegen Pfarrer

Berliner hat Angst vor Urlaub nahe Zorneding

Zorneding - Den Bürgermeistern von Zorneding und Grasbrunn, Piet Mayr (CSU) und Klaus Korneder (SPD), ist eine seltsame E-Mail ins Haus geflattert. Darin werden sie von einem Berliner gefragt, ob man angesichts der Zornedinger Vorfälle bedenkenlos Urlaub in der Region machen könne.   

Piet Mayr, Zornedinger Bürgermeister, auf Tauchstation.

Eigentlich plante er nur einen entspannten Familienurlaub in Grasbrunn, in der Wildnis Oberbayerns. Die „Abgeschiedenheit“ und „wilde Natur“ wollte der Berliner Ingenieur erleben, dem Trubel der Großstadt entfliehen. Auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten in der Region wurde er aber stutzig: Grasbrunn? Nur 15 Minuten entfernt von Zorneding? War da nicht was in den Medien? Der gläubige Christ aus der Bundeshauptstadt war „fassungslos“. Morddrohungen gegen einen dunkelhäutigen Pfarrer? Zutiefst erschüttert und am anstehenden Urlaubsziel zweifelnd, wandte er sich in einer E-Mail an die Bürgermeister aus Grasbrunn und Zorneding: „Soll ich meinen Urlaub noch antreten? Kann man sich als Tourist bei Ihnen noch sicher fühlen?“

Innerhalb von Sekunden wurde für den Berliner das idyllische Grasbrunn mit seiner atemberaubenden Natur zu einem unbehaglichen Ort, an dem Pöbeleien und Übergriffe auf der Tagesordnung stehen. Aus den „einfachen bayrischen Menschen“, deren „Urwüchsigkeit“ er zuvor noch so geschätzt hatte, wurde plötzlich ein bedrohlicher, christenverfolgender Mob.

Klaus Korneder, Grasbrunner Bürgermeister, zeigte sich arg verwundert über die E-Mail aus Berlin.

Die Verwunderung im Grasbrunner Rathaus war groß ob dieser Nachricht. Hatten die Bedenken wirklich private Gründe oder war das Ganze ein Test, wie man mit solch einer Anfrage umginge? Da der Absender nur ein Namenskürzel angab, war das für Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) nicht ersichtlich. Er fragte nach. Ohne zu vergessen, die Besorgnisse des Familienvaters zu zerstreuen: „Im gesamten Landkreis München ist ein großes Maß an Solidarität festzustellen“, schrieb er. Die Drohungen gegen Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende gingen von einer Einzelperson aus, ein Rückschluss auf die Einstellung der Bürgerschaft lasse sich nicht ziehen. Ob nun hinter dieser Anfrage wirklich ein ernsthaft besorgter Familienvater steht oder es sich um einen Scherz handelt – die Anonymität des Internets verwehrt eine endgültige Antwort.

Auch wenn der Ingenieur beteuert, sich aus privaten Motiven an den Bürgermeister gewandt zu haben und in keiner Weise, um die Menschen „zu diskreditieren, zu verunsichern oder Späße zu treiben“, bleibt für Korneder ein fader Beigeschmack. „Aus einer Kleinigkeit wird hier eine große Nummer gemacht“, sagte er. Für den besorgten Berliner hatte Korneder aber noch eine gute Nachricht: „Sofern Sie also beabsichtigen, in der Region Ihren Urlaub zu verbringen, so steht dem nichts im Wege.“ Ob Zornedings Bürgermeister Piet Mayr (CSU) auch geantwortet hat? Und, wenn ja, was? Das blieb im Verborgenen. Der Rathauschef war auf Tauchstation, er war trotz mehrfacher Anfragen nicht zu erreichen.

Michael Hoffmann

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