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Im „Eschenhof“ in Zorneding, der als Boardinghaus betrieben wird, sind Arbeiterkolonnen untergebracht. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen, die die Nachbarn aufregen. 

Immer wieder gibt‘s Beschwerden

Brennpunkt Zornedinger Eschenhof

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Als kürzlich zwei betrunkene Bauarbeiter in Zorneding eine Hecke in Brand steckten, war für die Anlieger des Eschenhofes in Zorneding das Maß voll. Sie riefen die Polizei, die beiden Männer (17 und 22 Jahre alt) wurden vorübergehend festgenommen. „Unser Haus wäre fast abgebrannt, wenn wir das Feuer nicht rechtzeitig gesehen hätten“, berichtet das betroffene Ehepaar geschockt

Zorneding – Bürgermeister Piet Mayr (CSU) weiß von dem Problem der wiederkehrenden Ruhestörungen. „Da sind Arbeiterkolonnen drin untergebracht. Das wird als Boardinghouse betrieben“, berichtet er von seinem Kenntnisstand. „Bei schönem Wetter sitzen die bis Mitternacht draußen und unterhalten sich. Da geht es relativ laut zu.“ Der Ton sei manchmal rüde. Bürger, die sich vor Ort schon einmal beschwert hatten, hätten folgende Antwort erhalten: „Komm her und hol dir eine Fotzen ab.“ Ihm als Bürgermeister seien die Hände gebunden. Bei Ruhestörungen ab 22 Uhr liege der Vollzug bei der Polizei. Er selbst könne nur auf öffentlichen Flächen einen Platzverweis aussprechen, das betreffende Grundstück sei aber Privatbesitz so Mayr weiter.

„Der Vorfall ist bis zu uns durchgedrungen“, räumt Andreas Bauer, einer der Geschäftsführer der Firstsleep GmbH ein, die den Eschenhof betreibt. „Normalerweise passiert so etwas nicht. Wir haben uns entschuldigt“. Die Firma sei wegen der Brandstiftung von der Polizei kontaktiert worden.

Der aktuelle Vorfall war keine Bagatelle: Im Polizeibericht stand, dass die zwei Männer neben der begangenen Brandstiftung auch Pflanzen aus Pflanzkübeln herausgerissen und diese auf ein geparktes Fahrzeug geworfen hatten. Außerdem hatten sie einen Gullydeckel ausgehoben und einen Bohrer unter einem Reifen platziert, so dass dem Besitzer beim Wegfahren die Luft aus dem Reifen entwichen wäre.

Für Bauer ist der Vorfall zwar bedauerlich, sei aber kein Dauerzustand. „In der Regel ist es dort ruhig“, sagt der Geschäftsführer.

Die Anlieger sehen das anders und schildern „ständig Ärger, Lärmbelästigung, Besäufnisse“. Im aktuellen Fall hätte einer ihrer Mieter „die Tat vom Balkon aus beobachtet“.

Was die Brandstiftung betrifft, meint das Zornedinger Ehepaar: „Nicht auszudenken, wenn wir nicht zuhause gewesen wären. Man fühlt sich nicht mehr sicher.“ Sie seien sofort rausgelaufen, um die Flammen zu löschen. Außerdem sei die Parksituation in der Anton-Grandauer-Straße unzumutbar. „Kein Durchkommen für Rettungsfahrzeuge möglich, Beweisfotos liegen der Gemeinde Zorneding seit langem Vor. Bisher keine Reaktion“, schildert das Ehepaar.

Rathauschef Piet Mayr meint, dass seine Möglichkeiten, hier einzugreifen, „sehr gering“ seien. Das sei eher ein Fall für die Gewerbeaufsicht. Das Anliegerehepaar des Eschenhofes bedauert, dass man „nach mehrmaligem Vorsprechen keinerlei Hilfe bekommt“.

Hilfe kommt vielleicht für die Betroffenen aber bald von „oben“. Denn mit dem Ende der warmen Sommernächte könnte auch die Lust der Bauarbeiter sinken, nachts noch lange im Freien zu sitzen. Eine Hilfe jedoch bekommen die Anlieger bestimmt, verspricht Bauer. Und das ist die des Hausmeisters, „der auch in dem Gebäude wohnt“. Der sei zu der Zeit in Urlaub gewesen. Jetzt sei er wieder da und habe den Auftrag für Ruhe zu sorgen, sagt Bauer sinngemäß.

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