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Bianka Poschenrieder, SPD-Bezirkstagskandidatin, und Extremismus-Experte Ralf Melzer.

Diskussion mit Extremismusexperten in Zorneding

Die kritische Masse erreichen

Trotz Biergartenwetter folgten 40 Interessierte der Einladung von SPD-Bezirkstagskandidatin Bianka Poschenrieder zur Vorstellung der FES-Mitte-Studie durch Ralf Melzer, der eigens dafür aus Berlin angereist war. Sie diskutierten mit dem Experten über Ergebnisse der Forschung über die Einstellungen der Gesellschaft zum Rechtsextremismus.

Zorneding – Der Schwerpunkt der Mitte-Studie lag bei der Erhebung 2016 auf der Flüchtlingspolitik. Sie liefert auf den ersten Blick beruhigende Ergebnisse. Denn der größere Teil der Bevölkerung unterstützt eine humane Flüchtlingspolitik und die Willkommenskultur. Rechtsextreme und rechtpopulistische Aussagen, die etwas Anderes behaupten sprechen hier keineswegs für die Mehrheit. Parallel dazu nimmt allerdings die Ablehnung einer kulturellen Vielfalt zu. Gerade bei dieser Gruppe der Bevölkerung, die sich gegen diese Vielfalt ausspricht, mangelt es an persönlicher Erfahrung mit den Geflüchteten oder sie sieht die Demokratie und den Zusammenhalt in Deutschland durch die Flüchtlinge aus anderen Gründen massiv gefährdet.

Über alle Ergebnisse hinweg zeichnet sich außerdem ein Trend ab, der in Zukunft mit Sicherheit großer Aufmerksamkeit bedarf. Die Polarisierung der Bevölkerung und der Zuspruch hin zu radikalen Ansichten und Meinungen nimmt stark zu, auch Bewegungen wie PEGIDA und der Zuspruch und die Radikalisierung der AfD belegen diese Entwicklung. Doch noch viel wichtiger als diese Tendenz zu beobachten, ist es die Menschen zu erreichen, die noch keine extremen Positionen vertreten. Ziel muss es sein, da waren sich Melzer und Poschenrieder einig, sich um diese kritische Masse in der Mitte zu kümmern, sie zu überzeugen, dass Hass und Fremdenfeindlichkeit nicht das Mittel der Wahl sind, sondern dass Zusammenleben und Miteinander auch auf soziale, friedliche und humanitäre Art und Weise wunderbar gelingen kann.

Wichtig dafür ist, so der Experte Melzer weiter, vor allem ein Augenmerk auf die Bildung und insbesondere auf die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu legen.

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