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Neuartiges Dunstabzugssystem „made in Zorneding“ soll sicherer und sauberer sein

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Von: Jörg Domke

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Thomas Ziegler hat einen neuartigem Dunstabzug entwickelt
Thomas Ziegler mit Prototypen seiner Kippfenster-Dunstabzugssysteme © S. Rossmann

Sicherer und sauberer soll er sein, das neuartige Kippfenster-Dunstabzugssystem, das sich der Zornedinger Thomas Ziegler ausgedacht hat.

Zorneding – Das Problem kennt jeder, der daheim über dem Herd eine Dunstabzugshaube betreibt. Die saugt nicht selten auch fetthaltigen Kochdunst ab, der natürlich irgendwo hingeführt werden muss. Zwei Systeme sind gängig. Einmal werden die Rückstände in Filtern gespeichert, die man immer mal wieder austauschen muss. Oder aber über ein regelmäßig zu reinigendes Rohrsystem, das im Normalfall in einem Loch im Mauerwerk mündet.

Thomas Ziegler kennt das hier geschilderte Szenario gut. In seiner Wohnküche daheim in Zorneding schlug sogar schon mehrfach der Rauchmelder an, wenn in der Küchenzeile gebrutzelt wurde und der Dunstabzug an seine Grenzen stieß. „Auf Dauer nervig“, so der 51-Jährige, von Beruf eigentlich ein staatlich geprüfter Hufschmied.

Abzug ohne das berühmte Loch in der Wand

Das Loch in der Außenwand störte ihn zudem. Es erzeuge, so erzählt er, bei eingeschaltetem Betrieb der Abzugshaube und gleichzeitig geschlossenen Fenstern auch noch einen Unterdruck, der zugleich Gerüche ansauge etwa vom benachbarten Kamin. Dass die Wandöffnung zugleich eine Kältebrücke wurde, störte ihn zudem. „Da muss man sich was überlegen“, war ein erster Gedanke, den der Zornedinger nun in die Tat umsetzte.

Erfinderisch experimentiert hatte er früher schon. Dabei, sagt er, sei jedoch nichts herausgekommen, was vorzeigbar gewesen wäre. Anders aber verlief der Versuch, ein sogenanntes Kippfenster-Dunstabzugssystem zu entwickeln. Das Prinzip: Mithilfe des Gebläses über dem Herd und ein nachgeschaltetes, handelsübliches Rohrsystem wird Dunst nach wie vor abgeführt, aber nicht in Richtung Loch in der Wand, sondern Richtung gekipptem Fenster. Mittels einer Metallbox, die er zwischen Fenstersturz und Fensteroberkante montiert, wird die Abluft schließlich über einen eingebauten Schlitz am gekippte Fenster entlang abgeleitet. Wichtig: Es muss in jedem Fall auf Kipp stehen.

Eigenbau funktionierte vom ersten Tag an tadellos

Bei sich daheim in der Münchner Straße hat Ziegler das System seit ein paar Wochen eingebaut und in Gang gesetzt. Die bisherigen Erfahrungen: positiv. So positiv, dass sich der Tüftler entschloss, einem größeren Kreis von seiner Erfindung zu erzählen. Inzwischen existiert ein YouTube-Video, in dem der Zornedinger in einfachen Worten erklärt, wie sein Abzugssystem funktioniert und montiert wird. Die noch recht junge Internetseite dazu findet sich unter kaminkehrerglueck.de. Dort beschreibt Ziegler sein Dunstabzugssystem als „sinnvolle Ergänzung“ einer jeden Küche und echte Alternative zum „Loch in der Wand“.

Ziegler lässt nicht unerwähnt, dass durch den Wegfall der oft ungeliebten Wandlöcher auch Kältebrücken wegfielen und so im Winter Heizkosten eingespart werden können. Zweiter Vorteil aus seiner Sicht: Für die von ihm erfundene Lösung brauche es keine Erlaubnis der Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft. Und last not least: „Beim Einschalten der Dunstabzugshaube entsteht kein Unterdruck in der Küche oder Wohnung, wie zum Beispiel für den Kaminofen.“

Online bietet Ziegler seine Erfindung seit gut vier Wochen an. So richtig bekannt geworden sei sie auf diesem Weg noch nicht, wenngleich der Internetauftritt professionell gemacht ist. Große Hoffnung setzt Thomas Ziegler darauf, dass er sich demnächst erfolgreich bei der Sendung „Höhle des Löwen“ auf VOX bewerben kann, um dort ein größeres Publikum zu überzeugen – und zugleich Investoren zu finden, die ggf. auch geschäftlich einsteigen würden.

Bewerbung geplant für eine Teilnahme an einer TV-Reihe bei VOX

In der Show, die im Normalfall immer montags ausgestrahlt wird, werben Startups, Erfinder und Unternehmensgründer um Risikokapital. „Sie stellen ihre innovativen Geschäftskonzepte den Löwen vor und bieten ihnen Geschäftsanteile in Relation zum ermittelten Unternehmenswert an. Die Löwen sind Investoren, die eigenes Geld in Unternehmen ihrer Wahl investieren und diese mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung fachlich begleiten“, heißt es auf wikipedia.

Thomas Ziegler ist optimistisch, dass er bei VOX die erste Hürde wird überspringen können und er den Dunstabzug made in Zorneding in größerem Stil wird vermarkten können. Dann würde sein Abzugssystem auch günstiger werden. Wegen der bis jetzt von ihm gezahlten Vorleistungen (Webdesign, Patentanwalt, Prototypenfertigung) muss er rund 750 Euro /Stück verlangen. Noch.

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