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Über unfassbare Liebe, die durch die Zeit trägt

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Von: Jörg Domke

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Susanne Ospelkaus aus Zorneding verarbeitet in ihrem neuen Roman „Die Gewandnadel“ das Thema Demenz auf der Grundlage eigener beruflicher Erfahrungen.
Susanne Ospelkaus aus Zorneding verarbeitet in ihrem neuen Roman „Die Gewandnadel“ das Thema Demenz auf der Grundlage eigener beruflicher Erfahrungen. © jödo

Eigene berufliche Erfahrungen als Mitarbeiterin in der Altenpflege hat Susanne Ospelkaus in einem Roman zusammengefasst. Ende Oktober wird er offiziell vorgestellt.

Zorneding/Landkreis – Susanne Ospelkaus hat zum Redaktionsbesuch in Ebersberg einen Text ihres Autorenkollegen Uli Zeller dabei. Der Seelsorger aus Singen am Bodensee, mit dem sie sich schon vielfach ausgetauscht hat, arbeitet mit demenzerkrankten Menschen und publiziert für Angehörige und Pflegepersonal rund um das Thema Demenz.

Auch die Zornedinger Buchautorin befasste sich zuletzt literarisch im weitesten Sinne mit dem Thema Demenz, aber eher belletristisch. Ihr aktueller Roman heißt „Die Gewandnadel“ und ist erst Anfang September auf den Markt gekommen (ISBN/EAN: 9783765536649). Am Samstag, 22. Oktober, stellt sie den Roman bei Musik, Geschichten und mediterraner Kulinarik ab 19.30 Uhr im Restaurant Limone in Pöring, Burgstraße 21, offiziell vor. Es gehe, sagt sie, um Erinnerungen an eine unfassbare Liebe, die durch die Zeit trage.

Und darum dreht sich die Story: Eine Gewandnadel erinnert Josefine an die Liebe ihres Lebens: Harun, der Berber, hatte sie ihr geschenkt. Während des Zweiten Weltkrieges diente sie als junge Rotkreuzschwester an der Afrikafront in Libyen. Heute ist sie 94 Jahre alt, verwirrt, verängstigt und erinnert sich kaum noch an ihre Vergangenheit. Bis Yakob auftaucht, ein junger Pfleger mit libyschen Wurzeln. Als er in den unverständlichen Lauten, die Josefine von sich gibt, einen alten arabischen Dialekt entdeckt, den er selbst aus seiner Kindheit kennt, wird er neugierig...

Die Gewandnadel sorgt für Erinnerungen

Susanne Ospelkaus wuchs in Frankfurt (Oder) auf und dachte sich schon als Kind gerne Geschichten aus, wie sie sagt. Sie wurde Ergotherapeutin in der Pädiatrie und agierte in der Lebenswelt der Kinder mit all ihren Fantasien und Freuden, dem großen und kleinen Kummer.

Um sich nicht nur Geschichten auszudenken, sondern auch gut zu erzählen, absolvierte sie obendrein ein Fernstudium. Seitdem arbeitet die Zornedingerin als Autorin für Verlage und Zeitschriften.

Auch in der Geriatrie war die heute 45-Jährige tätig, das ist aber schon lange her. Dort lernte sie als Fachkraft in einem Seniorenheim bei München gleich mehrere dieser ehemaligen BRK-Schwestern wie die fiktive Josefine als Bewohnerinnen kennen. Betagte Frauen, die sich zeit ihres Lebens um andere, Notleidende kümmerten, aber dabei nie die Chance bekamen, ihre zum Teil traumatischen beruflichen Erlebnisse im Alter seelisch zu verarbeiten. Manche von ihnen wurden dement.

Übrigens: Susanne Ospelkaus verfasste einen Vorgängerroman. „Meine Reise durch das Trauerland“ ist eine autobiografische Geschichte, mit der sie den Verlust ihres ersten Mannes vor 15 Jahren verarbeitete. Inzwischen lebt sie mit ihrem zweiten Mann und ihren zwei Söhnen in der Gemeinde Zorneding.

Internet

www.susanne-ospelkaus.com

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