„Wenn ich so ein Projekt will, dann mache ich die Bedingungen passend“: Piet Mayr, Bürgermeister.
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„Wenn ich so ein Projekt will, dann mache ich die Bedingungen passend“: Piet Mayr, Bürgermeister.

Es geht um das Nein seines Gemeinderats zu Wasserstoffkompetenzentrum

Bürgermeister enttäuscht: „Für Zorneding ist der Zug abgefahren“

  • Susanne Edelmann
    vonSusanne Edelmann
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Zwei Wochen ist es her, seit der Gemeinderat Zorneding es abgelehnt hat, sich als Standort für ein Wasserstoffkompetenzzentrum zu bewerben. Bei Bürgermeister Piet Mayr (CSU) sitzt die Enttäuschung noch immer tief.

Zorneding – Im Juli hatte Hans Gröbmayr, damals Klimaschutzmanager des Landkreises, dem Gemeinderat erstmals vorgeschlagen, sich für dieses Kompetenzzentrum zu bewerben. In der Folge hatte es einige nicht-öffentliche Debatten zu diesem Thema gegeben. Nicht-öffentlich deshalb, weil es laut Mayr dabei auch um konkrete Grundstücke gegangen sei. Der Bürgermeister verteidigt sein Vorgehen: „Ich wollte erst einmal das Plazet des Gemeinderats, uns überhaupt zu bewerben. Mit dem Gemeinderat im Rücken wären wir dann an die Öffentlichkeit gegangen. Der nächste Schritt wäre eine Bürgerversammlung gewesen.“

Mayr betont: „Eine Bewerbung kann man jederzeit zurückziehen, aber wir hätten die Möglichkeit gehabt, in Ruhe über alles zu diskutieren.“ Hingegen sei es unmöglich, in der kurzen Zeitspanne zwischen dem Bekanntwerden des Projekts Ende Juli und dem Ende der Bewerbungsfrist Ende Oktober bereits alles vollends in trockenen Tüchern zu haben, aber es sei eben zunächst auch nur um die Bewerbung an sich gegangen, nicht um die Einzelheiten des Projekts: „An den Stellschrauben hätte man noch drehen können. Wenn ich so ein Projekt will, dann mache ich die Bedingungen passend.“

Bürgermeister Mayr: 18 bis 20 Hektar wären realistisch gewesen

Eine dieser Bedingungen wäre die Größe des begleitenden Gewerbegebiets gewesen. „Im ersten Schritt wären sieben Hektar für das Kompetenzzentrum nötig gewesen. Im zweiten Schritt hätte der Gemeinderat beraten, wie viel Fläche er für Gewerbe ausweisen will.“ Mayr zufolge wären 18 bis 20 Hektar realistisch gewesen: „Das sind fünf Hektar mehr als unser Gewerbegebiet in Pöring, aber nur ein Bruchteil des Gewerbegebiets in Parsdorf.“ Zudem habe ein solcher Campus eine ganz andere Architektur als die Gewerbeflächen in Parsdorf, erläutert Mayr in Bezug auf Bianka Poschenrieder (SPD), die in der Sitzung gesagt hatte, sie wolle kein zweites Parsdorf.

Steigender Druck auf dem Wohnungsmarkt

Apropos: Ein weiteres Argument gegen die Ansiedelung des Kompetenzzentrums war der steigende Druck auf den Wohnungsmarkt. „Den Druck haben wir allein schon wegen der Ansiedelung von BMW und KraussMaffei in Parsdorf, da wären die 150 Arbeitsplätze durch das Kompetenzzentrum nicht weiter ins Gewicht gefallen.“

Zorneding brauche dringend bezahlbaren Wohnraum, deshalb wären die zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen höchst willkommen gewesen: „Es ist schon richtig, dass das Kompetenzzentrum selbst eine gemeinnützige GmbH ist. Aber es hätten sich auch der TÜV Süd und weitere Firmen angesiedelt. Unsere nachfolgenden Generationen hätten dadurch sichere Gewerbesteuereinnahmen gehabt.“ Diese Chance ist nun passé, die Bewerbungsfrist ist abgelaufen. Mayr bedauernd: „Für uns ist der Zug abgefahren.“

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