Gemeinde contra Polizei

Zornedinger dürfen auch künftig bis 4 Uhr morgens feiern

Vor einem Jahr hatte der Zornedinger Gemeinderat beschlossen, das offizielle Ende von Veranstaltungen im Gemeindebereich auf 4 Uhr festzulegen. Diese Regelung hat sich seither gut bewährt, stößt aber auf Kritik bei Nachbargemeinden und der Polizei.

Zorneding - Bei einem Treffen der Ordnungs- und Gewerbeämter im Landratsamt wurde der Zornedinger Alleingang kritisch angesprochen. Landkreisweit habe man sich auf ein einheitliches Veranstaltungsende um 3 Uhr verständigt, der Zornedinger Beschluss führe zu einer gesteigerten abstrakten Gefahr für die öffentliche Sicherheit, zu einer höheren Belastung der Polizeibeamten und zur Gefahr eines „Dominoeffekts“, weil sich andere Gemeinden nun unter Zugzwang gesetzt fühlen könnten, hieß es. Deshalb beantragte die Gemeindeverwaltung nun, den Gemeinderatsbeschluss zu korrigieren und sich der landkreisweiten Regelung anzuschließen.

Das sahen die Ratsmitglieder jedoch ganz anders: „Dank des späteren Endes haben wir weniger Auseinandersetzungen mit Gästen, zumal die Schlusszeiten für Musik, Ausschank und die Veranstaltung selbst entzerrt wurden“, betonte Ursula Roth (FWG). Zudem störte sie sich an dem Begriff „abstrakte Gefahr“: „Die Gefahr bleibt doch dieselbe, ob eine Veranstaltung um drei oder um vier Uhr endet.“ Sie plädierte dafür, bei der Zornedinger Regelung zu bleiben: „Diese Zeit hat sich in der Praxis bewährt“, bekräftigte sie und erntete dafür Applaus von Gemeinderäten und Publikum.

Auch Moritz Dietz (Grüne), Vorsitzender des Vereins „Jüngste Kultur“, betonte, er habe nur positive Erfahrungen gemacht: „Es gibt seither nicht mehr Polizeieinsätze als vorher, alles verläuft entspannter.“ Bianka Poschenrieder (SPD) meinte: „Wir haben uns diese Entscheidung damals ja nicht leicht gemacht, sollten nun aber auch Vertrauen in unsere Veranstalter haben. Mia san mia!“ Dieser Auffassung schlossen sich die übrigen Gemeinderäte an. Lediglich Bürgermeister Piet Mayr, Renate Pfluger und Christian Krumpholz (alle CSU) stimmten für den Antrag der Gemeindeverwaltung.

Susanne Edelmann

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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