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Abgeschirmt wird in Teilen von Zorneding die Wohnbebauung von der Bahnstrecke.

Gemeinderat bildet Arbeitsgruppe

Zorneding: Gemeinsam für Lärmschutz an der Bahn

Der Gemeinderat Zorneding bildet eine Arbeitsgruppe zum Thema Lärmschutz an der Bahn. Vertreter aus allen Fraktionen wollen gemeinsam Lösungen erarbeiten. 

Zorneding – Die Bahn argumentiere mit falschen Zahlen, wenn es um den Lärmschutz geht, so die Kritik von Gemeinderat Peter Pernsteiner (FDP). Eine Arbeitsgruppe des Gremiums wird sich in Zorneding mit dem Lärmschutz an der Bahn beschäftigen. Das beschloss jetzt der Gemeinderat. Der Gruppe gehören Mitglieder aus allen Fraktionen an.

Auslöser war einem Dringlichkeitsantrag von Pernsteiner. Er verwies auf eine Infoveranstaltung der Deutschen Bahn zur Brenner-Zulaufstrecke in Vaterstetten (wir berichteten). Dabei waren im März Gutachter-Empfehlungen für Schallschutzmaßnahmen in den Gemeinden Haar, Vaterstetten und Zorneding vorgestellt worden. Zudem hätten Laut Pernsteiner Vertreter der Bahn erläutert, dass in Zorneding bereits 2605 Meter Schallschutzwände existierten und deshalb nur zwei kleinere Maßnahmen empfohlen würden. Pernsteiner sieht das anders. „In Zorneding existiert nur an der Südseite der Bahnlinie eine Schallschutzwand und die ist unter 1,8 Kilometer lang, also deutlich weniger als die von der Bahn genannten 2605 Meter. Damit steht zu vermuten, dass die Gutachter bei ihren Berechnungen von falschen Tatsachen ausgegangen sind.“ Zudem nannte Pernsteiner das Beispiel Gronsdorf, wo direkt an der Bahn ein Neubaugebiet entstehe, dessen Lärmschutz nicht von der Gemeinde Haar, sondern von der Bahn bezahlt werde. „Die Bahn misst hier sehr unterschiedlich.“ Daher beantragte Pernsteiner, der Gemeinderat möge bei der Bahn gegen die unzulänglichen Schallschutzmaßnahmen protestieren und bei der Gemeindeverwaltung eine unabhängige Lärmpegelmessung für Zorneding in Auftrag geben. Zudem solle der Rat an die beiden Landkreisabgeordneten des Bundestages appellieren, sich intensiv für die Lärmschutzbedürfnisse der Bürger einzusetzen.

„Die Lärmpegelmessung ist zu teuer, die übrigen Punkte des Antrags empfinde ich als Frechheit“, protestierte Bianka Poschenrieder (SPD). Der Kreistag habe bereits eine Resolution erlassen und beide Bundestagsabgeordnete seien längst intensiv mit dem Thema befasst. „Die SPD lehnt diesen Antrag als Schauantrag ab.“ Poschenrieder befürwortete den Vorschlag von Sylvia Boher (CSU), sich von Fachleuten beraten zu lassen, um bei der Bahn besser argumentieren zu können: „Wir sollten eine Arbeitsgruppe bilden, um gemeinsam Lösungsvorschläge zu erarbeiten“, so die stellvertretende Bürgermeisterin.

Rathauschef Piet Mayr (CSU) betonte, dass er permanent in Kontakt mit der Bahn stehe, auch seien die Landkreisbürgermeister diesbezüglich untereinander vernetzt. Dem Antrag auf eigene Lärmpegelmessungen stand er kritisch gegenüber: „Wir müssten ein Jahr permanent messen, um verwertbare Ergebnisse zu bekommen.“

Letztlich zog Pernsteiner seinen Antrag zurück. Eine Bahn-Arbeitsgruppe wurde gebildet. Diese besteht aus Pernsteiner, Boher, Helmut Obe rmaier (Grüne), Stephan Raabe (SPD) und Wilhelm Ficker (Freie Wähler).se/lan

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