Diskussion um Zornedinger Bürgerfest

Gewerbeforum blitzt im Gemeinderat ab

Zorneding - Zornedinger Organisation will, dass die Kommune den abendlichen Teil des Bürgerfestes selbst veranstaltet. Grund: Es ist zu wenig los an den Ständen.

Das Bürgerfest „Zorneding feiert“ ist längst fester Bestandteil in Zornedings Veranstaltungskalender und mit rund 5000 Besuchern das größte Fest der Gemeinde. Was viele nicht wissen: Veranstaltet wird das Fest nicht von der Gemeinde, sondern vom Gewerbeforum Zorneding.

Das bietet damit seinen Mitgliedern die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen den Bürgern zu präsentieren. Neben den Gewerbetreibenden sind aber auch viele Vereine auf dem Fest vertreten, zusätzlich gibt es abends ein großes Konzert auf der Open Air-Bühne, zuletzt 2015 mit dem „Lampferdinger Social Club“. Auch der Besuch aus Zornedings Partnergemeinde Cappella Maggiore hat mittlerweile Tradition. Allerdings: Die Stände der Zornedinger Gewerbetreibenden interessieren abends keinen der Besucher mehr. Deshalb hat das Gewerbeforum nun an die Gemeinde den Antrag gestellt, den Abendteil des Bürgerfestes selbst zu veranstalten. Andernfalls überlege man, das Bürgerfest künftig nur noch bis 20 Uhr stattfinden zu lassen.

Kosten, „die wir nicht leisten können“

„Die Veranstaltung am Abend hat sich verselbstständigt und verursacht Kosten von 13 500 Euro, die wir nicht leisten können.“, so Christian Czirnich, Vorsitzender des Gewerbeforums. „Bei 5000 Besuchern muss doch bei den Veranstaltern was hängen bleiben“, wunderte sich Tobias Hackl (CSU). Dem entgegnete Czirnich: „Wir bekommen die Stellplatzgebühren, die Werbeschaltungen auf Plakaten und Programmheften und die Hälfte vom Gewinn des Festwirtes. Am Erlös der Standbesitzer sind wir nicht beteiligt.“

Kritik an hohen Standgebühren

Diejenigen Teilnehmer, die an ihren Ständen etwas zu essen oder trinken anbieten, müssten aber eine höhere Standgebühr zahlen. Dennoch bemängelte Stefanie Berndlmeier (CSU). „Mir fehlen eigene Vorschläge des Gewerbeforums zur Finanzierung.“ Franz Lenz (FWG) betonte, dass das Gewerbeforum inzwischen seine Mitgliederbeiträge verdoppelt und die Standgebühren erhöht habe. „Die hohe Standgebühr führt aber dazu, dass die Firmen sich nicht mehr beteiligen“, kritisierte Hubert Röhrl (FWG). „Wir Firmen haben sowieso nicht unmittelbar etwas von dem Fest. Keiner wird deshalb am nächsten Tag bei uns eine Waschmaschine kaufen. Stattdessen müssen wir das Personal, das beim Fest eingesetzt wird, auch noch bezahlen - anders als die Vereine, deren Mitglieder bei ihren Festen umsonst arbeiten.“ „Und im Gegensatz zum Fest des Burschenvereins kostet beim Bürgerfest auch die Abendveranstaltung keinen Eintritt“, ergänzte Peter Pernsteiner (FDP).

Werner Hintze (SPD) meinte: „Das Fest hat eine große Bedeutung für die Gemeinde, aber den Antrag in dieser Form finde ich befremdlich.“ Das fanden auch die übrigen Gemeinderäte, die sich schließlich einstimmig dafür aussprachen, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, bis das Gewerbeforum neue Vorschläge einbringe.

Susanne Edelmann

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