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Eine Frau hält ein Kabelbündel aus einem Glasfaserkabel vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk. In Zorneding soll Ende Juni der Netzausbau beginnen

Glasfaser-Ausbau

Zornedinger Firmen im digitalen Nirwana

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Die Staatsregierung will mit einem massiven Investitionsprogramm den digitalen Umbruch vorantreiben. Bis  2022 sollen 2000 neue Stellen entstehen und rund drei Milliarden Euro investiert werden. Doch nicht überall herrscht Frohlocken. In Zorneding zum Beispiel fühlen sich einige schon jetzt von der Entwicklung abgehängt.

Zorneding - „Es ist richtig, dass es bei einigen Gewerbetreibenden gärt“, räumt Bürgermeister Piet Mayr (CSU) ein. Hintergrund ist die Debatte um die Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen auch im Gewerbegebiet. Laut FDP-Gemeinderat Peter Pernsteiner ist nämlich noch gar nicht entschieden ist, ob dort überhaupt Glasfaseranschlüsse kommen sollen. „Und dies, obwohl im restlichen Gemeindegebiet ab dem Sommer ein flächendeckendes Netz von Deutsche Glasfaser gebaut wird“, sagt Pernsteiner zur Ebersberger Zeitung.

Hauptproblem sei, dass das Unternehmen Deutsche Glasfaser derzeit laut Pernsteiner wohl der Meinung ist, dass im Gewerbegebiet nur „Premium-Business-Anschlüsse“ realisiert werden sollen. Kleine Gewerbebetriebe, Freiberufler und im Gewerbegebiet wohnende Firmeninhaber würden aber kaum Interesse haben oder es sich leisten können, einen Anschluss für monatlich 250 bis 1000 Euro zu buchen.

Pernsteiner bezieht sich auf einen Besuch bei einem Gewerbetreibenden in Pöring. Dieser habe erklärt: „Ich fühle mich als digitaler Nomade, weil wir im Gewerbegebiet eine extrem lausige Internet-Anbindung haben. Als wir vor zwei Jahren unseren Betrieb eröffneten, wurde uns eine schnelle Besserung versprochen, aber bislang ist nichts passiert und eine Besserung ist auch nicht in Sichtweite.“

Rund 150 Meter östlich seines Betriebs mit integrierter Wohnung beginne das normale Ausbaugebiet von Pöring, das von der Deutschen Glasfaser ab Sommer flächendeckend Anschlüsse bekommt, so Pernsteiner. Ein großes Wohngebiet beginne 300 Meter südlich jenseits der Bahnlinie und sei durch einen Verbindungstunnel für landwirtschaftliche Fahrzeuge mit dem Gewerbegebiet verbunden. „Unter dieser Straße ließen sich mit vertretbarem Aufwand Glasfasern verlegen“, so der Vorschlag von Pernsteiner.

„Derzeit wird mit dem Unternehmen verhandelt“, erklärte Bürgermeister Mayr gegenüber der EZ. Möglicherweise werde es Zwischenlösungen geben. Bei der Bestandsaufname habe man das Gewerbe rausgerechnet. In zwei oder drei Wochen sei eine Informationsveranstaltung für die Gewerbetreibenden geplant, kündigte der Bürgermeister an. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. „Ich hoffe, das sich die Deutsche Glasfaser bis dahin bewegt.“ Mayr geht davon aus, dass Ende Juni Baugebinn für den Netzausbau ist. Derzeit sind zwei zentrale Punkte vorgesehen, einer am Daxenberg, der andere am Rande des Gewerbegebiets in Pöring. Eine endgültige Entscheidung wurde aber noch nicht getroffen.

„Uns sind keine Probleme bekannt“, hieß es auf Anfrage von der Deutschen Glasfaser lapidar. Privatkundenbereich und Geschäftskunden seien unterschiedliche Bedarfe und bekämen entsprechend unterschiedliche Angebote. „Auch im Gewerbegebiet ist der Ausbau möglich, wenn genügend Interesse besteht. Das werden wir in den kommenden Wochen prüfen.“

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