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Wertvolles Stück Automobilgeschichte: Besitzer von Oldtimern wollen ihre Schmuckstücke sicher verwahrt wissen.

Investoren planen im Gewerbegebiet Pöring Lagerhaus für bis zu 380 historische Autos

Neue Heimat für Schmuckstücke

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Begriffe wie „Großgarage“ oder „Parkhaus“ treffen den Kern des Projektes nur unzureichend.

Zorneding– Mehrere Oldtimersammler und Investoren planen im Gewerbegebiet Pöring (Gemeinde Zorneding) eine spezielle Lagerhalle als Aufbewahrungsort für historischen Autos. Bis zu 380 Fahrzeuge könnten auf vier Ebenen untergebracht werden. Das Vorhaben wurde jetzt im Zornedinger Bauausschuss vorgestellt. Die Mehrheit der Räte stimmte einer Voranfrage zu. Konkreter wird die Planung beim Bauantrag werden.

Laut Helmut Dittrich, einem der Investoren, der in Kirchseeon wohnt und selbst einen Porsche Targa und einen noch nicht fertig restaurierten alte Alfa Spider besitzt, sollen vor allem Sammler mit mehreren Fahrzeugen angesprochen werden. Deshalb seien auch nur wenige Fahrzeugbewegungen zu erwarten. „Die Fluktuation ist gering.“ Es gebe auch schon Interessenten, die zehn bis zwölf Autos einstellen wollen“, so Dittrich gegenüber der Ebersberger Zeitung.

Rund zehn derartige Projekte gebe es bereits in Deutschland. In der ersten Vorplanung ist an der Georg-Huber-Straße in Pöring auf einem rund 2800 Quadratmeter großen Grundstück ein Gebäude mit vier Etagen zwischen rund 1150 und rund 2100 Quadratmeter vorgesehen. Zwei Etagen könnten unterirdisch, zwei oberirdisch liegen. Dazu könnte eine kleinere Einheit auf dem Dach kommen, unter anderem für ein Büro. Auch oberirdische Kurzzeit-Parkplätze sind vorgesehen.

Wie Dittrich betont, seien weder Publikumsverkehr, noch Handel, ein Showroom oder eine Werkstatt geplant. Für den technischen Service wolle man mit einem Anzinger Unternehmen zusammenarbeiten. Das „Premium-Bauwerk“ in Pöring soll ein „kleines Vorzeigeobjekt“ werden, auch energetisch, so Dittrich in der Sitzung. Den Ausschussmitgliedern wurden bereits kurz mehrere mögliche Varianten des Baus gezeigt. Konkret ist aber noch nichts.

„Die Sammlerszene ist sehr bunt“, so Dittrich. Untergebracht werden könnten Fahrzeuge vom Kleinwagen BMW Isetta über VW Käfer bis zu Rennwagen, die nicht für die Straße zugelassen sind. Da auch hochwertige Fahrzeuge erwartet werden, ist ein spezielles Sicherheitssystem geplant. Wie Architekt Michael Röder betonte, möchte man aber nichts verheimlichen. „Das wir kein Fort Knox“, spielte Röder auf das Hochsicherheitslager für die die Goldreserve des Schatzamtes der Vereinigten Staaten an. Die Eigentümer der Fahrzeuge legten aber großen Wert auf Sicherheit und Diskretion, was sich auch in einer „zeitlosen und wertigen Gestaltung des Gebäudes widerspiegeln soll“, hieß es aus dem Rathaus.

Die Pläne stießen  im Ausschuss weitgehend auf Zustimmung. Nur die Grünen meldeten Zweifel an. Gemeinderat Helmut Obermaier würde sich im Gewerbegebiet lieber Handwerksgebetriebe wünschen, die auch Arbeitsplätze schaffen. „Das hier ist kein Gewerbebetrieb.“ Dem widersprach Ferdinand Glasl (CSU). Er könne sich nicht vorstellen, dass die Autos dort kostenlos eingestellt werden, so sein Argument.

Dittrich sprach von einem erwarteten Umsatz für das Unternehmen „Classic Car Storage“ von 700 bis 800 000 Euro jährlich und einer möglichen Gewerbesteuer von 40 000 bis 50 000 Euro. Der Sitz des Unternehmens soll in der Gemeinde Zorneding sein. Als Nächstes geht die Voranfrage an das Landratsamt Ebersberg. Der Bauausschuss Zorneding wird sich mit den Plänen wieder beschäftigen, wenn der konkrete Bauantrag vorliegt.

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