Vorübergehend geschlossen steht an der Eingangstüre des Jugendzentrums am Wiesenweg. Foto: sro

Nachfolgersuche kann dauern

Jugendpfleger weg: JUZ geschlossen

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Zorneding - Das Rathaus Zorneding berät derzeit über eine Zwischenlösung, um den Betrieb aufrecht halten zu können - Verein Jüngste Kultur bietet Unterstützung an

Wieder ist das Jugendzentrum Zorneding geschlossen. Jugendpfleger Florian Hoffmann hat gekündigt und will künftig in einem anderen Bereich arbeiten. Offiziell endet sein Arbeitsverhältnis in Zorneding zum 1. April. Weil er aber noch seinen Resturlaub abbauen muss, ist er quasi schon jetzt weg. Seine Stelle ist ausgeschrieben. Wann sie wieder besetzt wird, ist offen. Hoffmann war zentral auch für das Jugendzentrum zuständig, hatte dort sein Büro. Jetzt hängt am Gebäude am Wiesenweg schräg gegenüber des Rathauses ein Schild an der Eingangstüre: „Vorübergehend geschlossen.“

Wie kann in den nächsten Wochen auch ohne Jugendpfleger der Betrieb der Einrichtung aufrecht erhalten werden? Derzeit laufen Gespräche des Rathauses mit dem Zornedinger Verein „Jüngste Kultur“. Dessen Aktive um den Vorsitzenden Moritz Dietz könnten sich durchaus vorstellen, unterstützend einzugreifen. Die komplette Trägerschaft für die Einrichtung zu übernehmen, lehnt der Verein jedoch ab. „Das können wir nicht leisten, die letztendliche Verantwortung muss bei der Gemeinde bleiben“, sagt Dietz gegenüber der Ebersberger Zeitung. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen.

Nachfolger wird nicht leicht zu finden sein

Als klar geworden sei, dass der Jugendpfleger gehen wolle, habe die Gemeinde die Stelle ausgeschrieben, erklärte der Geschäftsführende Beamte im Rathaus Zorneding, Daniel Kommnick, auf Nachfrage. Das Problem sei, dass auf dem Arbeitsmarkt derzeit kaum Sozialpädagogen zu finden seien. Es kann also dauern bis zu einer Neubesetzung.

Hoffmann äußerte sich auf seiner Facebook-Seite so: „Der Abschied fällt mir natürlich nicht leicht. Genau deshalb möchte ich mich, auch auf diesem Wege, bei allen herzlich bedanken, die mich in meiner Arbeit unterstützt haben, bei allen Kooperationspartnern und lieben Menschen, die sich für die Zornedinger Jugendarbeit engagieren. Hawedehre und vielen Dank.“

Mitte 2012 wurde der damals 28-jährige Zornedinger Florian Hoffmann Jugendpfleger in der Gemeinde. Als Einheimischer, der zudem in der Jugendarbeit der örtlichen Pfarrei tätig war, kannte er die Strukturen vor Ort, die Vereine, die Gruppierungen, die Schulen.

Hoffmann schaffte den Umbau

Eines seiner wichtigsten Projekte war der Umbau des Jugendzentrums, sowohl in Bezug auf das Gebäude als auch auf die Organisation. Grundkonzept: Ein offener, möglichst selbstverwalteter Betrieb, der aber dennoch unter der Leitung des Jugendpflegers steht mit Vermietung des Cafés und des Veranstaltungsraums beispielsweise für Geburtstagsfeiern. Zudem eine Ausstattung, die Jugendliche anlockt.

Für den Umbau wurde das Jugendzentrum im Jahr 2014 für mehrere Monate geschlossen. Im Sommer war alles fertig. „Das Highlight ist der Bandraum“, sagte Florian Hoffmann damals und freute sich. „Generationen von Jugendlichen haben einen Übungsraum gefordert und jetzt gibt es ihn endlich.“ Dazu kam ein großer Raum in der ersten Etage mit Theke. Billard und Kicker sowie eine Küche, in der auch gemeinsam gekocht wird.

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