Franziska Pfluger aus Zorneding ist stellvertretende Kreisbäuerin. Zum frischen Spargel empfiehlt sie heimische Lagerkartoffeln statt neuer Knollen aus Zypern oder Ägypten.
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Franziska Pfluger aus Zorneding ist stellvertretende Kreisbäuerin. Zum frischen Spargel empfiehlt sie heimische Lagerkartoffeln statt neuer Knollen aus Zypern oder Ägypten.

Franziska Pfluger, stellv. Kreisbäuerin, bricht Lanze für heimisches Produkt

Junger Spargel sucht reife Lagerkartoffel

Was passt am besten zu frischem Spargel? Junge Kartoffeln! Doch diese gibt es noch nicht. Verbraucher sollten auf heimischen Ersatz setzen, sagt Franziska Pfluger, stellv. Kreisbäuerin.

Landkreis – Der lange Dünne und die braune Knollige passen hervorragend zusammen – nur am Timing hapert es. Denn mittlerweile gibt es frischen Spargel und wenn es endlich wärmer wird, wächst er auch schneller nach und es ist mehr davon zur Verfügung. Doch die deutschen Frühkartoffeln schaffen es nicht rechtzeitig aus der Erde -– so wie eigentlich jedes Jahr.

Doch leider wird es oft durch verlockende Angebote in der Werbung oder in der ein oder anderen Kochsendung so propagiert: „Zu frischem Spargel gehören NEUE Kartoffeln.“ Im Moment kommen „die Frühen“ aber nur aus Ägypten oder Zypern. Allerdings gibt es trotzdem regionale Knollen. Denn die Lager der bayerischen Bauern halten die geschmacklich markanteren Kartoffeln aus dem Vorjahr bereit, um den begehrten Spargel pünktlich zum Erntebeginn als perfekte Beilage zu ergänzen.

Wenn der deutsche Spargel seinen beliebten Kopf aus der Erde steckt, lässt sich die heimische Frühkartoffel noch längst nicht blicken. Die Knollen sind zum Teil schon in der Erde und reifen langsam heran, doch je nach Sorte lässt die junge Kartoffel mit der zarten Pelle noch bis Juni auf sich warten. Teilweise ist das Saatgut für die späte Ernte im September noch gar nicht auf dem Acker. Um dem feinen Spargel das typische Duett mit der Kartoffel im April und Mai aber nicht zu verderben, darf auf den Tellern gerne die reife, regionale Lagerkartoffel Platz nehmen.

Vollmundiger Geschmack aus dem vergangenen Jahr

Die gelbfleischige Variante aus dem letzten Jahr hat die Wintermonate genutzt, um einen vollmundigen Geschmack zu entwickeln und ergänzt den eher mild schmeckenden „Asparagus“ in perfekter Manier.

Auch ein ökologischer Grund spricht für die heimische Variante. Außerdem sind gerade durch die Corona-Pandemie die Lager vom letzen Jahr noch gut gefüllt, da die Abnehmer aus der Gastronomie ja fast komplett wegfallen. Und im Freistaat mit rund 45 000 Hektar Anbaufläche sind wir gut versorgt.

Ein kleines Spargelrezept

Wie ich Spargel und Kartoffel am liebsten mag? Den Spargel ganz typisch zubereitet, d. h. im Wasser mit Zugabe von Butter, Salz und Zucker gekocht. Die Kartoffeln frisch gedämpft und um ihnen noch ein bisschen mehr Geschmack zu geben, gebe ich heimisches Rapsöl in die Pfanne und schwenke sie, um eine leichte Bräunung zu bekommen, sie darf knusprig werden, aber nicht zu dunkel. Für mich rundet eine selbst gemachte „Sauce Hollandaise“, gerne verfeinert mit frischen Kräutern oder Bärlauch aus dem Garten das Gericht harmonisch ab. Guten Appetit!

Franziska Pfluger, stellv. Kreisbäuerin

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