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Michael Acker, Redaktionsleiter der Ebersberger Zeitung.

Kommentar

CSU Zorneding: Rein in die nächste Katastrophe

Zorneding - Die CSU Zorneding hat bei ihrer Jahreshauptversammlung Journalisten des Saales verwiesen. Beim "Neuanfang" nach der Causa Boher wollte man lieber unter sich sein. Dazu ein Kommentar von Michael Acker, Redaktionsleiter der Ebersberger Zeitung.

Die Zornedinger CSU wollte einen Neustart nach all den Querelen um die frühere Ortsvorsitzende Sylvia Boher und ihre hetzerischen Äußerungen in Richtung Flüchtlinge. Das Schüren von Vorurteilen war schließlich mitverantwortlich dafür, dass der farbige Geistliche die Gemeinde verließ. Die CSU wollte mit der neuen Chefin Jutta Sirotek einen „Reset“, um die „großen Fortschritte“, die man innen gemacht habe nach außen zu tragen. Ergebnis: die nächste öffentlichkeitswirksame Katastrophe.

Eine demokratische Partei, die Journalisten des Saales verweist wie bei der Versammlung der Zornedinger CSU geschehen, hat ein Riesenproblem, denn sie beweist: Sie hat aus den Vorfällen nichts, aber auch überhaupt nichts gelernt. Nach wie vor hat die Ex-Vorsitzende trotz oder gerade wegen ihres Gedankenguts viele Anhänger in der Partei. Es handelt sich um CSU-Mitglieder, die nicht die hetzerischen Äußerungen Bohers untragbar finden, sondern das mediale Echo. Nach dem Motto: Die Presse ist schuld am Zustand des Ortsverbands und, noch viel schlimmer, am zweifelhaften Ruf, den die Gemeinde einige Wochen lang international „genoss“.

Diese Parteigänger hängen einem Weltbild an, das man so eigentlich nur aus der AfD- und Pegida-Ecke kennt, Stichwort Lügenpresse. Hier verschwimmen die Grenzen, auch wenn die CSU stets vorgibt, mit dem rechten Rand nichts zu tun haben zu wollen. 

Übrigens: Die Journalisten flogen aus dem Saal am Vorabend des „Tags der Pressefreiheit“.

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