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Die Unterkunft mit zwei Stockwerken.

Neue Asyl-Unterkunft in Pöring

Flüchtlinge als Paten

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Die neue Flüchtlingsunterkunft in Pöring (Gemeinde Zorneding) wird zunächst nur halb belegt. Bereits in der Gemeinde lebende Asylbewerber sollen als Paten den neu Ankommenden helfen.  

Pöring – Die Begrüßung war lautstark. Als die ersten Besucher zur Besichtigung der neuen Wohnanlage für Flüchtlinge im Osten von Pöring eintrafen, ging die Alarmanlage an. Es dauerte einige Zeit, bis das Problem behoben werden konnte. Als es wieder ruhig war, überbrachte Landrat Robert Niedergesäß eine überraschende Nachricht. Nur halb belegt wird nämlich zunächst die neue Container-Wohnanlage. 32 Flüchtlinge aus Afrika sollen dort ab der kommenden Wochen auf einer Etage einziehen. Die zweite, obere Etage bleibt frei.

Ursprünglich war geplant, die neue Anlage mit Flüchtlingen aus unterschiedlichen Herkunftsländern und unterschiedlichen Kulturen zu belegen, neben Menschen aus Afrika auch Flüchtlinge aus dem arabischen Raum. Alle 64 Plätze sollten dafür genutzt werden. So stand es noch in Flyern, die zur offiziellen Eröffnung der Anlage gedruckt wurden. Nachbarn und andere Interessierte konnten sich selbst ein Bild von der Einrichtung machen.

Bürgermeister Piet Mayr erinnerte beim Termin, welche Konflikte es bei einer Belegung der Einrichtung mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen geben könne. Diese Erfahrung habe man mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gemacht, die damals im Eschenhof untergebracht worden waren. Deshalb habe er sich auch an den Landrat gewandt. „Dem Wunsch kommen wir nach“, so die Erklärung von Robert Niedergesäß.

Grundausstattung für jedes Zimmer: Reinigungsgerät, Putzmittel, Geschirr, Pfannen und Bettgestelle.

Platz ist in der neuen Unterkunft auf zwei Etagen eben für 64 Personen, die in 28 Doppelzimmern und vier Vierbettzimmern untergebracht werden können. Dazu kommen zwei Küchen jeweils mit einem Aufenthaltsraum und sanitäre Anlagen. Die Herde in der Küche sind mit einer Zeitschaltuhr gesichert. Nach 25 Minuten wird die Stromzufuhr unterbrochen. Um weiter kochen zu können, muss erneut ein Schalter betätigt werden. Eine Maßnahme zum Brandschutz. Rauchen ist im gesamten Gebäude verboten. Im Eingangsbereich hängt die sehr kurze Hausordnung auf Deutsch und Englisch. Die Bauzeit betrug sieben Wochen. Die Siedlung ist für einen Zeitraum von sieben Jahren genehmigt.

„Seit kurzem wissen wir, wer kommen wird“, so Sandra Kuse, stellvertretende Vorsitzende des Helferkreises, nämlich 32 Männer zwischen 18 und 40 Jahren. Die Organisation betreut bereits die Bewohner der Containersiedlung in Zorneding am Bahnhof mit 50 Plätzen. Dort sind vor allem Flüchtlinge aus Afrika untergebracht.

Die dort gemachten Erfahrungen können bei den Neuankömmlingen genutzt werden. „Zwei Drittel der Herkunftsländer kennen wir schon“, so Kuse. Heißt aber auch, mit einem Drittel der Nationalitäten der künftigen Bewohner in Pöring hat der Helferkreis bisher noch keine Erfahrungen. Auch wüssten die Helfer bisher nicht, welche und wie viel Unterstützung die Neuankömmlinge brauchten.

Das bisherige Konzept des Zornedinger Helferkreises hat sich als sehr aufwendig aber auch als sehr erfolgreich erwiesen. „Ein Ehrenamtlichen kümmert sich um einen jungen Mann.“ Das könne der Helferkreis aber mit den zusätzlichen Flüchtlingen in Pöring personell nicht mehr leisten. Jedoch werden sich Bewohner der Container am Bahnhof als Paten um die Neuen in Pöring kümmern, ihnen bei allen anstehenden Problemen helfen.

Kuse nutzte die Gelegenheit, um weitere ehrenamtliche Helfer zu werben. Jeder solle in seiner Nachbarschaft oder im Bekanntenkreis ausloten, ob Interesse besteht. „Wir freuen uns riesig über Unterstützung.“

„Es ist für den Helferkreis nicht einfach, wenn sich die Zahl der Betreuten verdoppelt“, so Bürgermeister Mayr. Dass sich jedoch schon länger in Zorneding lebende Flüchtlinge um die in der kommenden Wochen Einziehenden kümmern wollen, sei ein guter und schneller Beitrag zur Integration.

„Zorneding hat ein intaktes Umfeld“, betonte Mayr. Es laufe ruhig. „Frieden im Ort ist für alle wichtig, auch für die Asylbewerber.“

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